Pannen-Keeper? Karius erklärt seine Final-Patzer

Loris Karius entschuldigte sich nach der Final-Niederlage gegen Real 2018 bei den eigenen Fans.
Loris Karius entschuldigte sich nach der Final-Niederlage gegen Real 2018 bei den eigenen Fans.Bild: imago sportfotodienst

Loris Karius schaffte den Sprung vom Goalie-Talent zum Star. Durch Patzer im Champions-League-Finale wurde er zur Lachnummer. Jetzt wehrt er sich gegen die Häme vieler Fans.

Unter Tränen entschuldigte sich Loris Karius im Sommer 2018 bei den Fans des FC Liverpool. Seine Patzer im Finale der Champions League hatten soeben die 1:3-Niederlage gegen Real Madrid besiegelt. Über Nacht wurde der 24-Jährige zum Buhmann der eigenen Anhänger, zur Lachnummer für gegnerische Fans.

Zwei Jahre später ist der Deutsche an Besiktas Istanbul verliehen. Liverpool hat das Verpasste inzwischen ohne ihn nachgeholt. Nachfolger Alisson Becker brachte Tottenham im Finale 2019 mit seinen Paraden zur Verzweiflung, die Reds krönten sich in Madrid zum Sieger der Königsliga. Und Karius? Dem klebt der Ruf des Pannen-Keepers an den Stollen. Seine private Liaison mit Sophia Thomalla bringt ihn mit Fotos des Glamour-Paares in die Klatsch-Nachrichten.

Sein ruinierter Ruf als Torhüter ärgert Karius. In einem Interview mit "Sport Bild" setzt er sich gegen die Kritik ("in einem abartigen Maß") an seiner Person zur Wehr und erklärt, wie es zu den Patzern gegen Real gekommen war.

"Im Nachhinein hätte ich öffentlich sicherlich viel offensiver damit umgehen müssen", sagt Karius. "Ich hatte nach einem Schlag von Sergio Ramos eine Gehirnerschütterung, durch die mein räumliches Sehen eingeschränkt war. Dies wurde in einer ausführlichen Untersuchung von einem der weltweit führenden Gehirnspezialisten eindeutig festgestellt."

Er habe diese Diagnose nie als Ausrede verwendet. Als es Veröffentlicht wurde, kassierte er als Draufgabe Häme und "Beleidigungen unter der Gürtellinie". "Wenn sich Leute darüber lustig machen, dass sich jemand schwer am Kopf verletzt hat, fehlt mir das Verständnis."

Seine sportlichen Leistungen verteidigt der 26-Jährige rückwirkend. Nur zwei aktive deutsche Keeper, Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen, hätten es außer ihm in ein Champions-League-Finale geschafft. In der öffentlichen Wahrnehmung seien nach seinen Patzern im Finale die wichtigen Paraden auf dem Weg ins Endspiel in Vergessenheit geraten.

Wie es mit Karius sportlich weitergeht, lässt er offen. Der Keeper verweist auf seinen gültigen Vertrag in Liverpool. Dieser läuft bis 2022. Seine Leihe in Istanbul endet mit Saisonende. Wann das genau ist, könne wegen Corona aktuell keiner sagen. Zuletzt wurde er mit einer Rückkehr nach Deutschland in Verbindung gebracht. An den Spekulationen an einen Hertha-Transfer wolle er sich nicht beteiligen.

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