Nun spricht der Sohn des Toten

"Papa führte Todeskampf mit einem betrunkenen Arzt"

Im April 2023 starb ein Mann bei einem Krankentransport. Der Arzt hatte 2,2 Promille intus, stand unter Drogen. Nun spricht der Sohn des Toten.

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"Papa führte Todeskampf mit einem betrunkenen Arzt"
In Kärnten erlitt ein Patient (83) eines Krankentransportes einen Notfall. Der Notarzt war schwer betrunken.
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Es ist ein Umstand, der für Familie G. aus München derzeit kaum zu ertragen ist. Nicht nur verstarb der Familienvater (83) vor knapp einem Jahr bei einem Krankentransport von Kroatien nach München. Jetzt soll der behandelnde Notarzt – er hatte damals mehr als zwei Promille Alkohol im Blut sowie Cannabis und Schmerzmittel intus – vor Gericht behauptet haben, dass der verstorbene Patient handgreiflich wurde.

Im April 2023 musste ein 83-jähriger Deutscher während seines Kroatien Urlaubs aufgrund von Kreislaufproblemen vor Ort hospitalisiert werden. Acht Tage nach dem Spitalaufenthalt im Ausland sorgte sein Sohn in München dafür, dass der 83-Jährige nach der Entlassung aus dem Spital mit einem Krankentransport nach München gefahren wird. Doch der Patient erlitt während der Fahrt einen Notfall und verstarb auf dem Weg nach Hause noch in Rosenbach (in der Nähe von Villach).

Schwere Vorwürfe – Sohn des Verstorbenen entsetzt

Ein Umstand in Kärnten sorgte schließlich dafür, dass auch die Polizei hinzugezogen wurde. Denn der slowenische Arzt verströmte intensiven Alkoholgeruch, ein Test ergab 2,2 Promille. "Er führte den Intubationsschlauch in die Speise- anstatt richtigerweise in die Luftröhre des Patienten ein", hieß es Medienberichten zufolge im Strafantrag.

Für den Sohn brach knapp ein Jahr nach dem Tod seines Vaters erneut eine Welt zusammen. Der mittlerweile Angeklagte beharrte vor wenigen Tagen vor Gericht darauf, nicht im Geringsten für den Tod des 83-Jährigen verantwortlich zu sein. Des Weiteren soll er eine schwere Anschuldigung erhoben haben. Der Verstorbene soll den Angeklagten nämlich geschlagen haben. Für den Sohn nur schwer vorstellbar.

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"... damit mein Papa nicht umsonst gestorben ist"

"Es ist nicht davon auszugehen, dass ein 83-jähriger Mann gegenüber einem 34-Jährigen gewalttätig wird. Vielmehr neigen Betrunkene eher zu Aggression und Wut. Zudem wurde eine unnötige Narkose verabreicht, um meinen Papa ruhig zu stellen. Damit nicht genug, wurde Midazolam verabreicht, das laut Protokoll zu Atemstillstand und Tod führen kann", ärgert er sich gegenüber "Heute".

Die Trauer über den Tod seines Vaters ist seit der Gerichtsverhandlung erneut entfacht. Auch die Uneinsichtigkeit des Angeklagten verärgerte ihn ungemein. Er möchte jetzt alles versuchen, damit Vorfälle wie diese in Zukunft nicht mehr vorkommen und möchte auch die Öffentlichkeit dahingehend sensibilisieren: "Es ist durchaus vorstellbar, dass mein Papa den Todeskampf schon bewusst mit dem betrunkenen Arzt führte. Die Öffentlichkeit hat ein Anspruch und Recht, die volle Wahrheit zu erfahren, damit mein Papa nicht umsonst gestorben ist!"

Laut einem medizinischen Sachverständigen ist der Angeklagte zwar nicht für den Tod des 83-Jährigen direkt verantwortlich, die Fahrlässigkeit von damals verminderte allerdings die Überlebenschancen beträchtlich. Mittlerweile fand der Prozess ein Ende. Der 34-Jährige kassierte eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Ein 83-jähriger Mann starb bei einem Krankentransport, während der behandelnde Arzt betrunken und unter Drogeneinfluss war
    • Sein Sohn bezeichnet die Vorwürfe des Arztes, sein Vater habe handgreiflich reagiert, als kaum vorstellbar und fordert, dass die Öffentlichkeit die ganze Wahrheit erfährt, um zu verhindern, dass solche Vorfälle in Zukunft wieder vorkommen
    • Der 34-jährige Arzt, der betrunken und unter Drogeneinfluss einen medizinischen Fehler begangen hat, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, während der Sohn des Verstorbenen darauf besteht, dass die Öffentlichkeit die ganze Wahrheit über den Vorfall erfährt
    red
    Akt.