Paris geht einen ungewöhnlichen Weg, um den Bewohnern bei der nächsten Hitzewelle Abkühlung zu verschaffen: Ab Mittwochnachmittag dürfen sich die Menschen in einem Abschnitt des Canal Saint-Martin im Osten der französischen Hauptstadt abkühlen.
Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Gregoire erklärte, warum die Stadt diesen Schritt geht: Schon bei einer Hitzewelle Mitte Mai seien viele Jugendliche von einer Brücke in den Kanal gesprungen, um sich bei 40 Grad abzukühlen. Die Stadt habe "enorm viel Energie" und Polizei einsetzen müssen, um sie davon abzuhalten.
"Das erschien uns ein wenig absurd", so Gregoire laut der Nachrichtenagentur AFP. Daher hätten die Behörden entschieden, "das Baden unter bestimmten Bedingungen zu erlauben, anstatt es zu verbieten".
Für die Dauer der Hitzewelle wird ein 100 Meter langer Bereich des Kanals freigegeben. Die Stadt stellt Bademeister bereit und überprüft die Wasserqualität. Diese Lösung soll auch bei künftigen Hitzewellen zum Einsatz kommen, damit "die Pariserinnen und Pariser, egal ob jung oder alt, kostenlos baden gehen können".
Laut dem französischen Wetterdienst Meteo-France wird im Laufe der Woche ganz Frankreich von einer Hitzewelle erfasst. Bis Sonntag sind Temperaturen von 34 bis 38 Grad vorhergesagt. Es ist bereits die zweite Hitzewelle in diesem Jahr - schon im Mai hatte das halbe Land unter Rekordtemperaturen geächzt.
Zusätzlich eröffnet Paris auch drei überwachte Badestellen an der Seine. Die Flussbäder, die im vergangenen Jahr erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet wurden und knapp 100.000 Badegäste anzogen, sollen vom 4. Juli bis Ende August zugänglich sein. Der Eintritt ist frei, allerdings müssen Schwimmer eine aufblasbare Schwimmboje nutzen.