Wien-Wahl

Parkpickerl für die Donaustadt? Das sagen die Parteien

Parkpickerl, Seestadt Aspern: Das sagen die Spitzenkandidaten der Parteien zu den Top-Themen in der Donaustadt.
Heute Redaktion
05.10.2020, 15:14

Die Donaustadt liegt ist mit einer Fläche von 102,34 Quadratkilometern der größte Wiener Gemeindebezirk, liegt bei der Einwohnerzahl (195.230) aber hinter dem am meisten bewohnten Bezirk, Favoriten. Die Donaustadt fast 25 Prozent der Fläche Wiens ein.

Die SPÖ regiert den Bezirk seit 1946, seit 2014 ist Ernst Nevrivy (SPÖ) als Vorsteher im Amt. Zuletzt – also bei der Wahl im Jahr 2015 – war die Donaustadt wild umkämpft, die SPÖ lag nur vier Prozentpunkte vor der FPÖ. Den Blauen droht bekanntlich ein markanter Absturz – Nevrivy kann sich wohl auf einen neuerlichen Sieg einstellen.

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So wählte die Donaustadt 2015.
Stadt Wien

"Heute" sprach mit den jeweiligen Spitzenkandidaten der fünf größten Parteien im Bezirk, klopfte die wichtigsten Themen ab. Hier sind die Antworten:

Der Copa Beach in der Donaustadt.
Gerhard Wild / picturedesk.com

Soll die Donaustadt ein Parkpickerl bekommen?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy: "Nein. Mit einer seit Jahren von mir geforderten wienweiten Lösung soll es nur für Wiener möglich sein, dass sie in der Stadt kostengünstig, im Idealfall kostenlos parken können. Nicht-Wiener sollen bestenfalls bereits an der Stadtgrenze in Park and Ride Anlagen parken, andernfalls müssen sie für das Parken in Wien bezahlen."

Das sagt ÖVP-Spitzenkandidatin Gerda Müller: "Ein flächendeckendes Parkpickerl in der Donaustadt ist nicht sinnvoll. Die vielen Siedlungsgebiete, zum Teil ohne Gehsteige, brauchen das nicht. Lenkungsmaßnahmen bei U-Bahn-Stationen oder im dicht verbauten Gebiet sind hingegen anzudenken."

Das sagt FPÖ-Spitzenkandidat Toni Mahdalik: "Die FPÖ fordert ein kostenloses Parkpickerl für ganz Wien, statt einen Fleckerteppich wie aktuell in Wien. Gleichzeitig müssen zumindest 25.000 neue Park & Ride-Stellplätze am Stadtrand errichtet werden, damit die Einpendler auf die Öffis umsteigen können."

Das sagt Grünen-Spitzenkandidat Wolfgang Orgler: "Die Donaustadt braucht unbedingt ein Parkpickerl, damit Pendler*innen und Firmen ihre Fahrzeuge hier nicht mehr kostenlos parken können und damit notwendige Parkplätze verstellen."

Das sagt Neos-Spitzenkandidatin Jing Hu: "Der erste Schritt muss sein statt dem aktuellen Fleckerlteppich eine wienweit einheitliche Regelung zu etablieren. Dabei dürfen wir aber nicht auf die PendlerInnen vergessen, die Park&Ride Parkplätzen bei Bahnhöfen benötigen."

Das Holz-Hochhaus in der Seestadt Aspern.
Hans Ringhofer / picturedesk.com

Seestadt Aspern: gelungenes Projekt oder Crime-Hotspot?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy: "Die Seestadt Aspern ist ein internationales Vorzeigeprojekt, das jährlich von vielen StädteplanerInnen aus dem Ausland besichtigt wird, um sich Inspirationen zu holen. Und auch unter den BewohnerInnen selbst herrscht eine ausgesprochen hohe Wohnzufriedenheit, so liegt die Wohnungsfluktuation beispielsweise unter dem Wien-Schnitt."

Das sagt ÖVP-Spitzenkandidatin Gerda Müller: "Das Vorzeigeprojekt weist zahlreiche Schwachstellen und Fehlentwicklungen auf. Der Gedanke eines autofreien Stadtteiles und die 'Stadt der kurzen Wege' zeigt kilometerlange parkende Autoschlangen in den Straßen um die Seestadt. Viel zu viel versiegelte Plätze schufen Hitzeinseln, da Bepflanzungen fehlen. Vandalismus in/an den Gebäuden und den öffentlichen Plätzen ist leider schon vorhanden."

Das sagt FPÖ-Spitzenkandidat Toni Mahdalik: "Weder noch, würde ich sagen. Natürlich sind viele Ausländer und 'Neo-Österreicher' dort angesiedelt worden, was die Kriminalität allen Erfahrungen nach eher nicht senkt. Die engagierte Polizei vor Ort tut jedoch ihr Bestes. Gelungen würde ich die Seestadt auch nicht nennen, weil die Wohnbauten viel zu eng beieinander stehen und dazwischen alles zuasphaltiert wurde. Das ist weder nachhaltig, noch umwelt- oder gar bewohnerfreundlich."

Das sagt Grünen-Spitzenkandidat Wolfgang Orgler: "Die Seestadt ist insgesamt ein durchaus gelungenes Projekt, das an der einen oder anderen Stelle noch verbessert werden kann bzw. wird."

Das sagt Neos-Spitzenkandidatin Jing Hu: "Was in der Seestadt grob vernachlässigt wurde ist die mangelhafte Grünraumgestaltung. Klimaschutz muss in allen Aspekten der Stadtplanung berücksichtigt werden, um urbane Hitzeinseln wie wir sie durch die Beton- und Asphaltwüsten in der Seestadt haben, zu vermeiden. Außerdem ist die medizinische Versorgung nur unzureichend, weshalb wir uns für ein Eltern-Kinder-Gesundheitszentrum in der Nähe des neu errichteten Campus einsetzen."