Parkpickerl in Floridsdorf? Das sagen die Parteien dazu

Das sind die Spitzenkandidaten in Floridsdorf
Das sind die Spitzenkandidaten in Floridsdorf"Heute", zVg
Eine Alkoholverbotszone am Franz-Jonas-Platz und das Parkpickerl: Das sagen die Spitzenkandidaten der Parteien zu den Top-Themen in Floridsdorf.

Floridsdorf ist nach Fläche der zweitgrößte und der drittbevölkerungsreichste Wiener Gemeindebezirk. Dazu zählt er 167.968 Einwohner (Stand Jänner 2020). Als Außenbezirk an der Grenze zu Niederösterreich hat auch der 21. viele Grünflächen zu bieten. Floridsdorf ist auch der Heimatbezirk von Bürgermeister Michael LUdwig (SPÖ).

Bei der Wahl 2015 lag die SPÖ knapp vor der FPÖ. Eine Alkoholverbotszone am Franz-Jonas-Platz und das Parkpickerl zählen in diesem Wahlkampf zu den Top-Themen.

Das Ergebnis in Floridsdorf 2015
Das Ergebnis in Floridsdorf 2015Stadt Wien

"Heute" sprach mit den jeweiligen Spitzenkandidaten der fünf größten Parteien im Bezirk, klopfte die wichtigsten Themen ab. Hier sind die Antworten:

Soll Franz Jonas-Platz zur Alkoholverbotszone werden?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Georg Papai: Ich fordere weiterhin von der Stadt Wien, dass ein Alkoholverbot am Franz-Jonas-Platz erlassen wird. Damit sich jeder sicher fühlt, wurden bereits viele Maßnahmen wie der Einsatz von SozialarbeiterInnen vor Ort und starke Polizeipräsenz gesetzt.

Das sagt FPÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Irschik: Ja, das ist eine der ureigensten Forderungen der Floridsdorfer FPÖ.

Das sagt der grüne Spitzenkandidat Heinz Berger: Wir wollen eine Stärkung der Sozialarbeit und der Exekutive, insbesondere in den Abendstunden, und die Einrichtung eines Tageszentrums für Alkohol- und Drogenkranke!

Michael Ludwig am Franz-Jonas-Platz 2018
Michael Ludwig am Franz-Jonas-Platz 2018picturedesk.com

Das sagt der ÖVP-Spitzenkandidat Christian Klar: Wir haben bereits vor Jahren ein Konzept mit konkreten Maßnahmen vorgelegt. Ein erster wichtiger Schritt ist ein Alkoholverbot am Bahnhof Floridsdorf. Die positiven Erfahrungen am Bahnhof Praterstern bestätigen, dass diese Maßnahme rasch zu mehr Ruhe und Sicherheit führt.

Das sagt NEOS-Spitzenkandidatin Judith Lederer: Schon mehrmals haben wir im Bezirksparlament gegen ein Alkoholverbot am Franz Jonas Platz gestimmt, da das Problem "Alkohol und Drogen" so nicht gelöst, sondern in umliegende Parks etc. verlagert wird. Auch die Sozialarbeiter_innen und Jugendbetreuer_innen sind der Ansicht, dass ein Alkoholverbot kein Schritt zu einer nachhaltigen Lösung sei. Was es unserer Ansicht nach am Franz Jonas-Platz braucht ist mehr Polizeipräsenz und das einheben von Strafen bei Verschmutzung – so können wir das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen und die Optik des Platzes aufwerten.

Soll Floridsdorf ein Parkpickerl bekommen?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Georg Papai: Bürgermeister Dr.  Michael Ludwig hat die Verkehrsstadträtin beauftragt, ein Konzept für ein wienweites Parkraummanagement zu erarbeiten. Mir als Bezirksvorsteher ist wichtig, den Pendlerparkverkehr zu minimieren und Parkraum für die FloridsdorferInnen zurückzugewinnen.

Das sagt der FPÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Irschik: Nein! Gesamt-Lösung für Wien, kostenfrei für Wiener-Zulassungsbesitzer.

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Das sagt der ÖVP-Spitzenkandidat Christian Klar: Bevor wir über ein Parkpickerl reden, sollten wir den Öffi-Verkehr ausbauen und über P&R Anlagen am Stadtrand nachdenken. Wir als neue Volkspartei sind gegen neue finanzielle Belastungen der Wienerinnen und Wiener ohne vorher alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben.

Das sagt der grüne Spitzenkandidat Heinz Berger: Im Umfeld der Floridsdorfer S-Bahn- und U-Bahn-Stationen hätte man das Parkpickerl längst einführen können.Daher befürworten wir auch die Verhandlungen von Vizebürgermeisterin Hebein mit der Wirtschaft und den Bezirken zur Einführung kleinräumiger, preislich abgestufter Parkraumbewirtschaftung für ganz Wien.

Das sagt NEOS-Spitzenkandidatin Judith Lederer: Wir wollen ein wienweites Parkpickerl mit einem verständlichen und einheitlichen System und billigeren Parkzonen. Wichtig ist es uns auch eine Alternative zum Auto zu geben, weshalb wir uns stark für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Bezirk einsetzen. Hier fordern wir dringend Querverbindungen.

Was gegen kann man gegen die Hitzeinseln in Floridsdorf tun?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Georg Papai: In Floridsdorf wird der Klimaerwärmung auf breiter Basis entgegengewirkt: Auf Planungsebene durch die Widmung eines Drittels der Bezirksfläche als Landschaftsschutzgebiet, auf stadtgestalterischer Ebene beispielsweise durch den gerade laufenden Umbau der Bildungsmeile Franklinstraße zu einer „Coolen Straße“ mit vielen wasserführenden Elementen – ein Trend der schon 2018 bei der völligen Neugestaltung des Pius-Parsch-Platz gestartet wurde – und durch viele punktuelle bauliche Maßnahmen wie die Errichtung eines „Cooling Spots“ (Nebeldusche) am Schlingermarkt, die Schaffung von Baumscheiben im dicht verbauten Mengergassenviertel und zuletzt eine Fassadenbegrünung der Volksschule Mengergasse selbst.

Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf
Karl-Seitz-Hof in Floridsdorfpicturedesk.com

Das sagt der FPÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Irschik: In Floridsdorf sollte Rot-Grün endlich mit den Umwidmungen von Grünland in Bauland und dem Zubetonieren und Versiegeln der Böden aufhören. Floridsdorf ist ein Bezirk mit besonders viel Grünland – das soll auch so bleiben. "Coole Straßen" auf Kosten von Anrainer-Parkplätzen sind nicht die Lösung, sondern das Problem, wenn Anrainer deswegen noch mehr im Kreis fahren und einen Parkplatz suchen müssen.

Das sagt der ÖVP-Spitzenkandidat Christian Klar: Wir müssen die Bodenversiegelungen stoppen. Gerade in Floridsdorf wird immer mehr Grünraum zubetoniert. Ein großes Problem sind etwa auch die Neubauten, die oft zu eng aneinandergebaut werden – das Resultat ist Erhitzung. Wir fordern daher einen umweltfreundlichen Städtebau.

Das sagt der grüne Spitzenkandidat Heinz Berger: Auch das vermeintlich grüne Floridsdorf entwickelt im Bezirkszentrum immer mehr Hitzeinsel, denen wir aktiv mit mehr Grün begegnen - so wie etwa mit zusätzlichen Baumpflanzungen im dicht verbauten Mengergassenviertel. Als weitere Maßnahme setzen wir auf Fassaden- und Dachbegrünungen, sowohl bei Neubauten als auch bei bereits bestehenden Häusern, und forcieren da auch private Initiativen.

Das sagt NEOS-Spitzenkandidatin Judith Lederer: Wir wollen in einem Wien leben, das auch künftigen Generationen eine hohe Lebensqualität bietet und die Auswirkungen des Klimawandels ernst nimmt. Leider wird in Wien auch bei Neuplanungen immer noch sehr viel versiegelt, gerade auch in Floridsdorf. Versiegelungsflächen müssen stark reduziert und mit Grün- und Wasserflächen durchsetzt werden. Fassadenbegrünung mit automatischer Bewässerung soll eingeführt, forciert und gefördert werden.

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