Tamira Paszek hat ihren dritten Titel auf der Tennis-WTA-Tour gewonnen. Die Vorarlbergerin kämpfte am Samstag im Finale des mit 637.000 Dollar dotierten Turniers in Eastbourne die favorisierte Deutsche Angelique Kerber nach hartem Kampf mit 5:7,6:3,7:5 nieder.
Die 21-Jährige wehrte im ersten Duell mit der Weltranglistenachten auf der Tour gleich fünf Matchbälle ab und fixierte in ihrem vierten Endspiel ihren dritten Turniersieg nach jenen in Portoroz (2006) und Quebec City (2010).
Österreichs Nummer eins hatte im Finish der Partie mit einer Fußverletzung zu kämpfen. Paszek startet nun mit viel Selbstvertrauen ins Grand-Slam-Turnier von Wimbledon, bei dem es allerdings gleich zum Auftakt gegen die als Nummer sieben gesetzte Dänin Caroline Wozniacki geht.
Paszek: "Habe versucht, jeden Punkt einzeln zu kämpfen"
APA: Herzliche Gratulation zu diesem großen Erfolg. Im Augenblick des Triumphs haben Sie sehr gefasst gewirkt, das Racket fallen gelassen und sich bekreuzigt. Was waren da Ihre Emotionen?
Paszek: "Die Freude war riesengroß, es war einfach eine Riesenerleichterung. Ich habe versucht, jeden Punkt einzeln zu kämpfen, auch bei den fünf Matchbällen gegen mich. Ich habe versucht, meinen ganzen Fokus auf das Spiel zu legen."
APA: Sie waren erstmals in einem Premier-Halbfinale und -Finale. Es ist auch das klar bedeutendste Turnier, das Sie bisher gewonnen haben. Es waren fünf Top-Ten-Spielerinnen dabei. Und damit Ihr wohl bisher größter Erfolg. Was macht diesen Titel besonders?
Paszek: "Dass spezielle Menschen diesen Erfolg miterlebt haben. Meine Paten-Eltern leben in Eastbourne und waren da und mein Dad ist heute extra aus London angereist, um dabei sein zu können. Mein Paten-Onkel hat mir am Anfang des Turniers gesagt, 'Tamira, bring' den Pokal heim'. Ich habe da nur gelacht. Ich habe gedacht, ich möchte ein, zwei Matches auf Rasen vor Wimbledon gewinnen. Aber dann ging es von Mal zu Mal besser. Und jetzt steht der Pokal wirklich da."
APA: Sie haben gegen drei gesetzte Spielerinnen in drei Sätzen gewonnen, die Partien alle umgedreht. Was war dabei Ihr größerer Bonus, Ihre Fitness oder ihre mentale Stärke?
Paszek: "Beides war gleich wichtig. Ich habe die Fitness, weil ich seit knapp einem Monat, seit Straßburg und den French Open gesund bin und beschwerdefrei trainieren kann. Es war schon oft eine große Überwindung und ich war auch schon ein bisschen deprimiert. Und Andrei (Anm.: Trainer Andrei Pavel) hat mich so gut motiviert, er hat einen großen Verdienst an diesem Titel."
APA: Jetzt geht es für Sie gleich nach Wimbledon und dort gegen Caroline Wozniacki, die Nummer sieben des Turniers. Haben Sie sich über diese schwierige Auslosung schon Ihre Gedanken gemacht?
Paszek: "Um ehrlich zu sein, nein. Mein ganzer Fokus lag bisher auf dem Turnier in Eastbourne. Und das heute ist jetzt nur einmal mein Tag. Danke an alle meine Fans daheim. Ich werde das jetzt einmal in Ruhe genießen."
APA/red.