Sechsfache Dosis verabreicht

Patient stirbt nach fatalem Medikamenten-Fehler

Ein Fehler bei der Medikamentengabe kostete einen 86-jährigen Heimbewohner in der Steiermark das Leben.
Newsdesk Heute
15.09.2026, 12:02
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Sechs Tabletten täglich statt der vorgesehenen einen: Eine falsch verstandene Medikamentenverordnung hatte für einen 86-jährigen Pflegeheimbewohner in der Steiermark tödliche Folgen. Der Mann erlitt durch die massive Überdosierung eine Hirnblutung und starb. Nun ist das Urteil gegen seine Pflegerin und seinen Hausarzt rechtskräftig, wie die "Krone" berichtet.

Die Verordnung des Arztes lautete "1 tgl WD: 6 Stück". Tatsächlich sollte der schwer kranke Mann an sechs Tagen pro Woche jeweils eine Tablette erhalten. Die Pflegerin deutete die Angabe jedoch als sechs Tabletten pro Tag und trug diese Dosierung auch so in die Dokumentation ein.

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Niemand hinterfragte hohe Dosis

Die Pflegerin hielt trotz der ungewöhnlichen Menge keine Rücksprache mit dem Mediziner. Dieser wiederum kontrollierte die Medikamentengabe nicht ausreichend. Beide wurden deshalb wegen grob fahrlässiger Tötung zu jeweils vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Zusätzlich wurden Geldstrafen von 28.000 beziehungsweise 9.000 Euro verhängt.

"Mein Vater ging elendig zu Grunde", hatte der Sohn des Verstorbenen beim ersten Prozess am Grazer Straflandesgericht gesagt. Beide Angeklagten bekannten sich damals nicht schuldig.

Gegen die Urteile gingen der Arzt und die Pflegerin in Berufung. "Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, eben auch Übertragungsfehler. Sie sind keine Computer", argumentierte der Verteidiger des Mediziners am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Graz.

Urteil ist rechtskräftig

Der Senat wies die Berufungen jedoch ab. "Schon einem medizinischen Laien hätte die Dosierung mit sechs Tabletten täglich komisch vorkommen müssen." Dass weder nachgefragt noch Rücksprache gehalten wurde, sei für den Tod des 86-Jährigen ursächlich gewesen.

Damit bleiben die verhängten Strafen bestehen. Das Urteil ist rechtskräftig und kann nicht mehr bekämpft werden.

red,15.09.2026, 12:02