Nach nur einem halben Jahr ist Xabi Alonso nicht mehr Trainer von Real Madrid. Das gaben die Königlichen am Montag offiziell bekannt. Der Vertrag wäre noch bis 2028 gelaufen. Seit Wochen hatte es Spekulationen über eine Trennung vom Ex-Leverkusen-Coach gegeben.
Alvaro Arbeloa, zuletzt Trainer der zweiten Mannschaft, wurde als interimistischer Nachfolger bestimmt.
Das Alonso-Aus kommt nur einen Tag nach der 2:3-Niederlage im Supercopa-Finale gegen den FC Barcelona.
Alonso hatte sich nach unruhigen Wochen vor dem Duell mit Barcelona noch zuversichtlich gezeigt. "Projekte brauchen Zeit. Wir entwickeln uns weiter, was den Fußball, die Emotionen und den Teamgeist angeht", sagte er vor der Partie, nachdem er die vorherigen fünf Pflichtspiele mit Real gewonnen und sich dadurch vermeintlich wieder etwas Zeit verschafft hatte.
In der spanischen La Liga liegt Madrid mit vier Punkten hinter dem Meister und Pokalsieger Barcelona. Dazu gewann der Rekordsieger in der Champions-League-Ligaphase vier seiner sechs bisherigen Partien, zwei Niederlagen gab es gegen den FC Liverpool (0:1) und Manchester City (1:2).
Die Partie gegen City Anfang Dezember war bereits als persönliches "Endspiel" für Alonso ausgerufen worden, trotz der Niederlage durfte der gebürtige Baske weitermachen. Seit Wochen hatten sich Berichte über Alonsos angeblich angespanntes Verhältnis zu Teilen seiner Mannschaft gehäuft. In der Kabine herrsche ein "kalter Krieg", hieß es beispielsweise, Superstars wie Vinicius Junior oder Jude Bellingham sollen unzufrieden gewesen sein. Zuletzt deuteten kleine Indizien aber daraufhin, dass die Kabine wieder hinter ihm stehen könnte.
Im Klub-Statement wird der 44-Jährige mit versöhnlichen Worten verabschiedet: "Xabi Alonso wird immer die Zuneigung und Bewunderung aller Madridista genießen, denn er ist eine Legende von Real Madrid und hat stets die Werte unseres Vereins vertreten. Real wird immer sein Zuhause sein. Unser Verein dankt Xabi Alonso und seinem gesamten Trainerteam für ihre Arbeit und ihr Engagement in dieser Zeit und wünscht ihnen viel Glück für diesen neuen Lebensabschnitt."
Der Abschied von Alonso könnte sich auch auf David Alaba auswirken. Der ÖFB-Star feierte zwar am Sonntag ein Kurz-Comeback, kam bei Alonso aber kaum zum Zug.