"Wir haben jahrelang darauf hingewiesen, dass ein Parkhaus wesentlich leistungsstärker wäre und mehr Pendlerinnen und Pendlern Platz bieten würde. Leider waren weder die ÖBB noch das Land NÖ aufgrund der höheren Kosten dafür zu bewegen", macht Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SP) seinem Ärger Luft.
Der Bahnhof Ebreichsdorf ist für viele Menschen aus der Region ein wichtiger Umstiegspunkt für den Weg nach Wien. Gleichzeitig steigt die Zahl der Bahnpendler weiter an. Auch die zuletzt stark gestiegenen Treibstoffpreise bewegen Menschen dazu, vom Auto auf die Bahn umzusteigen.
Sowohl die bestehenden Park-&-Ride-Stellplätze als auch eine vor rund einem halben Jahr zusätzlich geschotterte Fläche neben der Anlage sind derzeit vollständig ausgelastet. Immer häufiger weichen Pendler daher auf umliegende Straßen aus. Besonders betroffen ist dabei unter anderem die Piestingausfahrt, wo regelmäßig Pkw entlang der Straße abgestellt werden.
Der ÖBB sei die Situation bekannt. Eine der Hauptgründe für den Ansturm seien die Bauarbeiten auf der Ostbahn. Sie verweisen daher auf P&R-Angebote etwa in Hennersdorf und Achau. Die Park-&-Ride-Infrastruktur könne nicht kurzfristig an temporäre Bauphasen angepasst werden.
Seit 8. März laufen am Bahnhof Himberg umfangreiche Modernisierungsarbeiten, die zu Fahrplanänderungen und einem reduzierten Zugangebot führen. Dadurch weichen viele Pendler auf andere Bahnhöfe aus – unter anderem nach Ebreichsdorf. Diese Bauphase soll laut ÖBB noch bis einschließlich 21. Juni 2026 andauern.
Für zusätzliche Diskussion sorgt auch die geplante Überdachung der Parkflächen mit Photovoltaikanlagen, deren Baubeginn sich derzeit noch verzögert. Sobald die notwendigen Genehmigungen vorliegen, soll das Projekt umgesetzt werden. Bürgermeister Kocevar befürchtet jedoch, dass sich die Parksituation während der Bauphase nochmals verschärfen könnte und kündigt an, sich weiterhin für zusätzliche Parkplätze einzusetzen.