Einmal im Monat erledigt Paul H. seine Einkäufe im Sozialmarkt. "Vor 20 Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich einmal hierherkommen muss", erzählt der 62-Jährige. Der gelernte Koch hat über 30 Jahre lang als Küchenchef in vielen verschiedenen Betrieben im In- und Ausland gearbeitet.
Die Pension reicht nicht, das liegt teilweise auch daran, dass Verdienstzeiten im Ausland anders gewertet und berechnet werden. "In Frankreich bekommt man zum Beispiel erst mit 65 Jahren die Pension. Darauf muss ich also zum Beispiel noch warten", sagt Paul.
Konserven und Kleidung kauft Paul im Sozialmarkt Ullreichgasse ein. Auch Getränke und Süßigkeiten für die Kinder. Das Angebot findet er toll. "Es ist um einiges günstiger als im Supermarkt. Und ich bin froh, dass es den Sozialmarkt gibt, denn Kosten für Miete und Lebensmittel sind extrem in die Höhe geschossen", sagt Paul. "Ich glaube, das wird auch noch schlimmer werden", ergänzt seine Lebensgefährtin Georgine O. (80). In drei Wochen wollen die beiden heiraten, dafür wird schon lange gespart.
Auch Elisabeth K. (Name von der Redaktion geändert) ist Kundin im Sozialmarkt und sagt, sie spart, wo sie nur kann. "Gerade bei Drogerieartikel und Süßigkeiten überlege ich mir im Supermarkt zweimal, ob ich sie wirklich kaufe, weil es schon sehr teuer ist", erzählt sie.
Viele Lebensmittel sind im Vergleich zum Juni 2024 wieder teurer geworden. Einzelne Preise stiegen um bis zu 96 Prozent. Das zeigt ein aktueller AK Preismonitor. Im Sozialmarkt in der Donaustadt merkt man das – die Kundenfrequenz ist schon seit Jahren hoch. "Gerade am Monatsanfang ist immer viel los, weil die Kunden da das Geld überwiesen bekommen", sagt Mitarbeiterin Sabine.