OpenAI sorgt für ordentlichen Wirbel. Der ChatGPT-Entwickler hat Ende Februar einen Vertrag mit dem US-Kriegsministerium abgeschlossen - und damit eine Welle der Empörung ausgelöst. Besonders brisant: Der Deal wurde kurz nachdem US-Präsident Donald Trump Bundesbehörden angewiesen hatte, die KI-Tools des Konkurrenten Anthropic nicht mehr zu verwenden, verkündet.
Hintergrund: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte von Anthropic eine Vertragsklausel gefordert, die dem Militär "jede rechtmäßige Nutzung" der KI-Modelle erlauben würde. Anthropic lehnte ab, weil damit langjährige Sicherheitsbeschränkungen etwa bei autonomen Waffen und Überwachung gefallen wären.
Wie computerwoche.de berichtet, hat OpenAI-Chef Sam Altman inzwischen eingeräumt, sein Unternehmen hätte den Vertrag "nicht überstürzen sollen". Der Deal werde von außen als "opportunistisch und leichtsinnig" wahrgenommen, so Altman auf der Plattform X.
Die Kritik zeigt bereits Wirkung: Nach der Bekanntgabe des Deals haben sich die Deinstallationen der ChatGPT-App vervierfacht. Anthropics Konkurrenzprodukt Claude verzeichnete im selben Zeitraum einen Anstieg der Downloads um 51 Prozent und kletterte an die Spitze der US-App-Store-Charts.
Unter dem öffentlichen Druck hat OpenAI die Vereinbarung mittlerweile angepasst. Die KI-Systeme dürfen nun nicht zur Überwachung von US-Bürgern im Inland eingesetzt werden. Auch Geheimdienste wie die NSA sind von der Nutzung ausgeschlossen. Altman kündigte außerdem an, gemeinsam mit dem Pentagon an technischen Sicherheitsvorkehrungen zu arbeiten.
Warum das Kriegsministerium OpenAI diese Zugeständnisse machte, die es Anthropic zuvor verweigert hatte, bleibt allerdings offen. Der Vertrauensverlust bei vielen ChatGPT-Nutzern dürfte jedenfalls nicht so schnell zu reparieren sein.