Seit einem Jahr gibt es jetzt das Pfand auf Getränke-Flaschen und Dosen. Für jede Flasche oder Dose werden 25 Cent verlangt, die du bei der Rückgabe wieder zurückbekommst.
Das Ziel war, dass mehr recycelt wird – und das klappt auch. Tatsächlich werden dadurch tatsächlich mehr Verpackungen gesammelt, das ist ein Gewinn für die Umwelt. Trotzdem ist die Bilanz nicht für alle Beteiligten nur positiv.
Besonders im Handel gab es große Investitionen. Josef Strutz, Kaufmann beim Winklermarkt in Linz-Urfahr, hat im vergangenen Jahr rund 250.000 Euro in das neue Pfandsystem gesteckt. Bis sich das rechnet, dauert es aber. Denn für jede zurückgegebene Plastikflasche bekommt er nur drei Cent.
"Für Kleine ist es schwierig. Vor allem, wenn sie die Frequenz nicht haben vom Zurückbringen. Der Vorteil des Automaten ist, dass ich dadurch eine zusätzliche Frequenz bekomme. Und damit einen zusätzlichen Umsatz mache", sagt Strutz zum ORF.
Die Umstellung ist inzwischen abgeschlossen. Die vielen verschiedenen Symbole wurden durch ein einheitliches Zeichen ersetzt. Das System wird immer besser angenommen: Rund drei Viertel der Österreicher finden das Pfandsystem inzwischen gut.
Die Rückgabequote in Oberösterreich kann sich sehen lassen. Im Vorjahr wurden dort etwa 80 Prozent der Pfandflaschen und -dosen zurückgebracht. Das sind rund 3,5 Millionen Stück mit einem Gesamtwert von etwa 900.000 Euro.
Es gibt aber auch logistische Schwierigkeiten. "Das Leergut sollte eigentlich einmal in der Woche abgeholt werden. Das funktioniert aber nicht immer", berichtet Strutz.
Auch bei der Müllentsorgung macht sich das neue System bemerkbar. In den Altstoffsammelzentren in Oberösterreich landet nur mehr jede fünfte Flasche. Dadurch entgehen diesen Sammelstellen jedes Jahr rund 600.000 Euro.
Kritik kommt von den Blindenverbänden. Sie sagen, dass die Pfandautomaten und die Kennzeichnung von Flaschen und Dosen nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderung abgestimmt sind.
In diesem Jahr könnte sich hier etwas bessern. Es wird bereits an akustischen Hilfen für Sehbehinderte gearbeitet. Noch heuer sollen erste Pfandautomaten in einigen Städten mit entsprechender Software ausgestattet werden.