Pfarrer über Stephansdom-Werbung der FPÖ: "Grauslich!"

Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp.
Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Die Wiener FPÖ setzt auf Plakate gegen den Islam. Ein Geistlicher nennt die Kampagne nun "rassistisch" und "einfach grauslich".

Die Wiener FPÖ steht vor einem Desaster. Bei der Wien-Wahl am 11. Oktober steht den Blauen ein Stimmeneinbruch von mehr als zwei Dritteln ins Haus. Aus mehr als 30 Prozent bei der Wahl im Jahr 2015 könnten weniger als zehn werden. Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp kämpft gegen die Einstelligkeit, die Ex-Obmann Heinz-Christian Strache mit seinem "Team HC Strache" durch das Abfischen von Wählern auch noch befeuern könnte.

Pfarrer ist empört

Um so viele Wähler wie möglich zu halten, setzen Nepp und sein Wahlkampfmanager Harald Vilimsky auf bewährte Themen – allen voran Ausländer und Islam. Auf Plakaten posiert der strahlende blaue Spitzenkandidat im Konstrast zu verschleierten Frauen und unvorteilhaften Fotos von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sowie der Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne).

Dieses Sujet missfällt dem Pfarrer.
Dieses Sujet missfällt dem Pfarrer.FPÖ Wien

Ein Sujet, auf dem Nepp vor dem Wiener Stephansdom zu sehen ist, stößt einem Mann Gottes ganz besonders auf. "Als Theologe, Pfarrer und Dechant bin ich entsetzt über das Wahlplakat der FPÖ und von Herrn Nepp", schreibt Karl Engelmann, der Pfarrer der Kalvarienbergkirche in Wien-Hernals, auf Facebook. "Wie kann es sein, dass unser Stephansdom für rassistische Wahlwerbung herhalten muss. Dies finde ich geschmacklos und unverschämt." Er macht seine Haltung klar: "Hoffe, dass die FPÖ bei der Wahl die Rechnung bezahlt bekommt. Es ist einfach grauslich."

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