In Deutschland kocht die politische Stimmung. Dies bekam Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Rede vor dem Deutschen Gewerkschaftsbund deutlich zu spüren. Ganze 15 Minuten lang wurde der Kanzler ausgepfiffen und ausgebuht. Auch Plakate und Schilder kamen zum Einsatz.
Die Stimmung im Saal sei ohnehin aufgeheizt gewesen. Dann fielen einige Sätze des Kanzlers, bei denen den Gewerkschaftern der Kragen platzte. Wie die "Bild" berichtet, soll Merz gemeint haben, dass es ohne Wirtschaftswachstum keinen leistungsfähigen Sozialstaat gebe.
Endgültig sei die Stimmung gekippt, als der Kanzler die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung ansprach. Diese bezeichnete Merz als "das härteste Brett". Er beteuerte, dass dies "keine Bösartigkeit" von ihm selbst oder der Regierung sei. "Das ist Demografie und Mathematik", so Merz.
Der Kanzler betonte, dass die Reformvorhaben keine Bedrohung seien. Vielmehr müsse man sie als "große Chance" verstehen. Ab diesem Zeitpunkt hallten laute Pfiffe und hämisches Gelächter durch den Saal. Dies sollte sich für die übrigen 15 Minuten der Kanzler-Rede auch nicht mehr ändern. Auch ein "Klassenkampf"-Schrei war zu hören.