Beim tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Expeditionsschiff "Hondius" scheint der erste Infizierte gefunden zu sein: Es soll sich um den 70-jährigen Leo Schilperoord aus der Gemeinde Haulerwijk bei Groningen handeln.
Der leidenschaftliche Vogelbeobachter starb nur wenige Tage nach Auftreten der ersten Symptome.
Schilperoord war gemeinsam mit seiner Frau Mirjam (69) auf einer fünfmonatigen Reise durch Südamerika unterwegs. Am 1. April startete das Ehepaar in der argentinischen Hafenstadt Ushuaia seine Kreuzfahrt auf der Hondius.
Kurz nach dem Einsteigen zeigten sich bei Leo bereits typische Symptome wie hohes Fieber, Kopfschmerzen und Durchfall. Am 11. April starb er an Bord.
Wie die "Bild" unter Berufung auf die "New York Post" und das Schweizer Portal "20 Minuten" berichtet, könnte sich das Ehepaar am 27. März bei dem Besuch einer Mülldeponie nahe Ushuaia infiziert haben.
Der Ort ist bei Einheimischen unbeliebt, zieht aber Vogelbeobachter an, weil dort seltene Arten zu sehen sind.
Leos Ehefrau Mirjam verließ das Schiff am 24. April auf der Atlantikinsel St. Helena und flog nach Johannesburg. Dort angekommen, brach sie am Flughafen zusammen und verstarb am 26. April im Krankenhaus.
Das Ehepaar Schilperoord spielt laut Berichten eine zentrale Rolle bei der Nachverfolgung der Virusausbreitung.
Die "Hondius" liegt mittlerweile auf Teneriffa, wo rund 150 Menschen von Bord evakuiert werden sollen. Laut WHO wurden sechs von acht Verdachtsfällen einer Infektion mit dem von Mensch zu Mensch übertragbaren Andes-Virusstamm bestätigt. Bisher forderte der Ausbruch drei Todesopfer.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus reiste persönlich nach Spanien, um die Evakuierung zu beaufsichtigen.