Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fünf von acht Verdachtsfällen als offizielle Hantavirus-Fälle bestätigt. Bei den übrigen drei handelt es sich weiterhin um Verdachtsfälle.
Von den fünf bestätigten Fällen sind bereits drei Personen verstorben. Die Inkubationszeit des Andes-Typs des Virus beträgt bis zu sechs Wochen – es könnten also noch weitere Fälle hinzukommen.
Wie der "Spiegel" berichtet, stuft die WHO das Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit trotzdem als gering ein. WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove betonte: "Das ist nicht der Beginn einer Epidemie. Das ist nicht der Beginn einer Pandemie. Das ist kein Covid."
Das unter niederländischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff MV Hondius mit knapp 150 Menschen an Bord ist nun auf dem Weg nach Teneriffa. Es soll am Wochenende im Hafen von Granadilla im Süden der Insel ankommen. Zuvor lag das Schiff tagelang vor Kap Verde vor Anker.
Rund 30 Passagiere haben das Schiff bereits bei einem Zwischenstopp auf der Atlantikinsel St. Helena verlassen - noch bevor das Ausmaß des Ausbruchs klar war. Weltweit läuft nun die Suche nach möglichen Kontaktpersonen.
Gegen den Schiffsbetreiber gibt es mittlerweile Vorwürfe. Ein Video zeigt, wie der Kapitän den Passagieren mitteilt, die erste verstorbene Person sei "nicht infektiös" und eines natürlichen Todes gestorben.
Ein Reiseblogger an Bord kritisierte, dass "keine richtigen Vorsichtsmaßnahmen" getroffen worden seien. Auf Videoaufnahmen sind ältere Passagiere zu sehen, die sich unbekümmert am Buffet tummeln - trotz des Ausbruchs.