Weil sich die Staaten nicht einig werden, gehen die Verhandlungen über das Herzstück vom internationalen Pandemie-Abkommen in die Verlängerung. Das hat am Freitag der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Genf bekanntgegeben. Eigentlich hätte bis zu diesem Tag ein Kompromiss stehen sollen – und zwar bei der Frage, wie Infos über neue Erreger und Impfstoffe bei künftigen Pandemien geteilt werden sollen. Doch die Fronten zwischen reichen Ländern und Entwicklungsländern sind verhärtet.
"Ich bin zuversichtlich, dass die Differenzen durch weitere Verhandlungen überwunden werden können", sagte der WHO-Chef. Die Verlängerung der Gespräche, auf die sich die Unterhändler der Mitgliedsländer geeinigt haben, soll bei der nächsten WHO-Mitgliederversammlung offiziell beschlossen werden. Diese findet von 18. bis 23. Mai in Genf statt. Eigentlich war der Plan, dass bis Freitag ein Kompromiss herauskommt, der dann bei der Versammlung abgesegnet wird. Daraus wird jetzt aber nichts.
Konkret geht es um den sogenannten PABS-Mechanismus. Dabei sollen Infos über neue Erreger und Impfstoffe geteilt werden. Das gilt als Herzstück vom internationalen Pandemie-Abkommen, das die WHO-Mitgliedstaaten grundsätzlich schon im Mai vorigen Jahres beschlossen haben.
Das Ziel: ein schneller Austausch zwischen Staaten und Pharmafirmen, damit Gegenmittel rasch entwickelt werden können. Die Details vom PABS-System haben die Unterhändler im Vorjahr aber bewusst ausgespart, damit es zumindest eine Grundsatzeinigung gibt. Jetzt muss man weiterverhandeln.