Das Kreuzfahrtdrama der "Hondius" kommt nicht aus dem Schlagzeilen: Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Schiff ist ein in die Niederlande evakuierter Patient positiv auf das Virus getestet worden.
Das Radboud-Krankenhaus in Nijmegen teilte am Donnerstag mit, das niederländische Forschungsinstitut RIVM habe bestätigt, "dass der aufgenommene Patient das Hantavirus hat". Der Betroffene sei bereits informiert worden.
Die niederländische Kreuzfahrtschiff "Hondius" hatte zuletzt tagelang vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker gelegen, nachdem das Hantavirus an Bord festgestellt worden war.
Am Mittwoch waren drei Menschen von Bord geholt und ausgeflogen worden, nach Angaben des Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions handelte es sich um zwei erkrankte Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden sowie eine Kontaktperson aus Deutschland. Die Frau aus Deutschland wurde in die Uniklinik Düsseldorf gebracht.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte am Donnerstag in Genf, inzwischen gebe es im Zusammenhang mit dem Hantavirus-Ausbruch auf der "Hondius" fünf bestätigte Infektionsfälle. "Bisher wurden acht Fälle gemeldet, darunter drei Todesfälle. In fünf der acht Fälle wurde das Hantavirus bestätigt und bei den anderen drei besteht der Verdacht", sagte Tedros.
Nachgewiesen wurde nach WHO-Angaben ein in Südamerika vorkommender Virustyp des Hantavirus, das sogenannte Andesvirus. Angesichts der langen Inkubationszeit, die bis zu sechs Wochen betragen könne, sei es möglich, "dass weitere Fälle gemeldet werden", sagte Tedros.