Die "MV Hondius" sorgt derzeit weltweit für Schlagzeilen. Auf dem niederländischen Expeditionsschiff ist das Hantavirus ausgebrochen. Bereits drei Passagiere starben, mehrere weitere Menschen wurden infiziert oder zeigen Symptome.
Das Schiff mit rund 150 Menschen an Bord lag zuletzt tagelang vor den Kapverden fest, nachdem Behörden ein Anlegen verweigerten. Die WHO beobachtet die Lage genau, weil es sich womöglich um die seltene Andes-Variante handelt – jene Form des Virus, die auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Mittlerweile ist die "MV Hondius" auf dem Weg zu den Kanaren, wo Passagiere medizinisch untersucht und teilweise ausgeflogen werden sollen. Während einige Erkrankte bereits nach Europa gebracht wurden, wächst die Kritik an den Behörden und dem Krisenmanagement. Besonders brisant: Mehrere Passagiere hatten das Schiff schon zuvor verlassen und reisten unwissentlich in verschiedene Länder weiter.
Die Reederei Oceanwide Expeditions bestätigt in der Nacht auf Donnerstag, dass das erste von zwei Sanitätsflugzeugen mit zwei Infizierten in den Niederlanden gelandet ist. Die beiden Personen an Bord wurden von spezialisierten medizinischen Teams und Screening-Teams in Empfang genommen.
Die MV Hondius hat Kap Verde um 19.15 Uhr MEZ verlassen und nimmt nun Kurs nach Norden. Nach dem aktuellen Plan wird sie zu den Kanarischen Inseln fahren und dort in drei bis vier Tagen ankommen. Drei weitere medizinische Fachkräfte sind an Bord der m/v Hondius gegangen, um während der Überfahrt eine optimale medizinische Versorgung zu gewährleisten.
"Wir können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Details zur Weiterreise der Gäste bestätigen. Dies hängt von medizinischen Empfehlungen und dem Ergebnis strenger Screening-Verfahren ab. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Behörden, darunter die WHO, das RIVM, die zuständigen Botschaften und das niederländische Außenministerium, wird fortgesetzt", so die Reederei.