Auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" ist das Hantavirus ausgebrochen, bereits drei Passagiere starben. Gleichzeitig werden immer mehr Infektionsfälle vermutet, selbst der Schiffsarzt zeigt mittlerweile schwere Symptome.
Nun werden brisante Details öffentlich: Die rund 150 Passagiere an Bord sollen selbst nach dem ersten Todesfall keine Ahnung gehabt haben, was auf der "Hondius" wirklich vorgeht. Wie ein Video (siehe oben) zeigt, dürfte der Kapitän die Situation vor den Passagieren nach dem ersten Todesfall heruntergespielt haben.
So sprach der Kapitän etwa davon, dass das Schiff "nicht infektiös" sei und der Todesfall "natürliche Ursachen" habe. Gefilmt wurde die Szene von einem türkischen Passagier, der nun schwere Vorwürfe erhebt.
Statt sich nämlich zu schützen, hätten sich die Menschen an Bord in Sicherheit gewiegt und seien ohne Masken gemeinsam essen gegangen und durch das Schiff flaniert. Erst als massenhafte Untersuchungen der Passagiere begonnen hätten und es zu weiteren Todesfällen kam, sei vielen der Ernst der Lage bewusst geworden.
Die "MV Hondius", auf der ein gefährlicher Hantavirus-Ausbruch mehrere Todesopfer gefordert hat, ist mittlerweile auf dem Weg nach Europa. Zwei akut erkrankte Passagiere wurden mit Spezialflugzeugen in die Niederlande gebracht und dort von medizinischen Teams empfangen.
Das Kreuzfahrtschiff war zuvor tagelang vor den Kapverden festgelegen, nachdem Behörden ein Anlegen verweigert hatten. Insgesamt befanden sich rund 150 Menschen an Bord. Laut WHO könnte es sich um die seltene Andes-Variante des Hantavirus handeln.
Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern steht das Kreuzfahrtschiff "Hondius" in den weltweiten Schlagzeilen. einen Hafen auf den Kanaren anlaufen.
Das Brisante: Die Variante kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die "MV Hondius" nimmt nun Kurs auf die Kanaren (Spanien), wo weitere medizinische Untersuchungen und mögliche Evakuierungen geplant sind.
Zusätzliche Ärzte wurden auf das Schiff gebracht, um die Versorgung der Passagiere während der Überfahrt sicherzustellen. Gleichzeitig wächst die Kritik am Krisenmanagement, weil einige Reisende das Schiff bereits zuvor verlassen hatten und in andere Länder weitergereist waren.
Die WHO verfolgt außerdem internationale Kontaktketten. Besonders im Fokus steht ein Flug von St. Helena nach Johannesburg, auf dem eine später verstorbene infizierte Passagierin unterwegs war. Die Gesundheitsbehörden suchen deshalb dutzende Mitreisende des Flugs.
Häufig verläuft die Infektion mit dem Hantavirus ohne Symptome. Jedoch kann das Virus auch zu einem hämorrhagischen Fieber mit Nierenbeteiligung oder zu einem kardiopulmonalen Syndrom, bei dem Herz und Lunge betroffen sind, führen.