Nach den heftigen Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo XIV. ist es am Donnerstag im Vatikan zu einem Treffen zwischen dem Pontifex und US-Außenminister Marco Rubio gekommen. Rubio wurde nach der Audienz auch von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin empfangen.
In italienischen Medien wird Rubios Besuch als "Tauwetter"-Diplomatie dargestellt. Aus Vatikankreisen wurde bestätigt, dass das Treffen die bilateralen Beziehungen beruhigen soll.
US-Außenminister Marco Rubio ist Sohn kubanischer Einwanderer und anders als Trump selbst Katholik. Er will während seiner Rom-Reise bis Freitag zudem mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und anderen Regierungsvertretern zusammenkommen.
Rund um den Vatikan galten wegen des Besuchs strenge Sicherheitsvorkehrungen. Das Gebiet wurde großteils abgesperrt. Vor Rubio hatte der Papst bereits den polnischen Premier Donald Tusk getroffen.
Auslöser der diplomatischen Spannungen sind die Friedensaufrufe des Papstes im Iran-Konflikt. Trump hatte Leo XIV. scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, sich auf die Seite eines Landes zu stellen, das Atomwaffen wolle.
Kardinal Parolin wies die Vorwürfe deutlich zurück. Die Behauptungen Trumps seien "zumindest seltsam" und entsprächen nicht der Haltung des Vatikans. Der Heilige Stuhl setze weiterhin auf Abrüstung und Verhandlungen statt Gewalt.
Parolin erklärte zudem, der Vatikan wolle sich nun Rubios Sicht der Dinge anhören. Über ein mögliches Telefonat zwischen Trump und dem Papst sei es aber noch zu früh. Leo XIV. sei dennoch "für alle Optionen offen".
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte der Papst am Freitag: Er ernannte einen einst illegal in die USA eingereisten Migranten aus El Salvador zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston. Leo XIV. hatte den Umgang der USA mit Migranten zuvor als "äußerst respektlos" kritisiert.