Kuffler-Brüder fassungslos

Promi-Wirte von Angestellten im großen Stil abgezockt

Im berühmten Münchner Spatenhaus soll eine Mitarbeiter-Bande jahrelang Geld abgezweigt haben. Die Kripo ermittelt gegen Dutzende Verdächtige.
Newsdesk Heute
07.05.2026, 13:16
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Großer Betrugsalarm im berühmten "Spatenhaus an der Oper" in München: Die bekannten Gastro-Unternehmer Sebastian und Stephan Kuffler sollen über Jahre hinweg von eigenen Mitarbeitern abgezockt worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt inzwischen gegen eine mutmaßlich organisierte Bande innerhalb des Restaurants.

Der Verdacht der Kuffler-Brüder kam nicht von ungefähr. Obwohl das Lokal nach der Corona-Pandemie wieder bestens besucht gewesen sei, hätten sich die Einnahmen wirtschaftlich nie richtig erholt. Sämtliche Maßnahmen der Geschäftsleitung blieben laut den Wirten ohne Wirkung. Schließlich wurde das Misstrauen immer größer.

"Mutmaßlich seit Jahren"

Die Brüder wandten sich daraufhin selbst an die Münchner Polizei. Die Kripo begann mit Ermittlungen – und dürfte tatsächlich auf massive Unregelmäßigkeiten gestoßen sein. Laut den Kufflers sei eine organisierte Gruppe aus Teilen der Belegschaft aktiv gewesen, die ihren Arbeitgeber "mutmaßlich seit Jahren" systematisch betrogen habe.

Im Zentrum des Verdachts steht laut Berichten des "Merkur" und der "Abendzeitung" ein besonders dreistes System: Mitarbeiter sollen bestellte Speisen und Getränke bei Barzahlungen einfach nicht in der Kassa erfasst haben. Das Geld dürfte stattdessen direkt verschwunden sein. Geschädigt worden sei laut den Ermittlern ausschließlich das Unternehmen – Gäste seien nicht betroffen.

Am Donnerstag eskalierte der Fall schließlich öffentlich. Die Münchner Polizei führte eine großangelegte Razzia gegen die mutmaßlichen "Innentäter" durch. Mehr als 150 Beamte durchsuchten über 50 Objekte in München, dem Umland und Oberbayern Nord. Auch Spinde im Spatenhaus wurden kontrolliert. Laut Polizei gibt es Dutzende Verdächtige.

"Gewaltige kriminelle Energie"

Die Ermittler sprechen von bandenmäßigen Strukturen. Selbst erfahrene Kriminalbeamte sollen vom Ausmaß der Vorwürfe überrascht gewesen sein. Die Kufflers sprechen von "gewaltiger krimineller Energie" und enormer Dreistigkeit einzelner Täter.

"Mein Bruder und ich sind zutiefst erschüttert", erklärt Stephan Kuffler: "Menschen, denen wir selbst in privaten Belangen zur Seite standen, haben uns über viele Jahre hinweg auf das Perfideste belogen und bestohlen. Es bleiben gewaltige Enttäuschung und zerrüttetes Vertrauen."

Wie hoch der entstandene Schaden tatsächlich ist, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Ob die Summe jemals vollständig rekonstruiert werden kann, ist ebenfalls offen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen weiter.

Die Gastro-Familie Kuffler zählt zu den bekanntesten Wirten Münchens. Neben dem Spatenhaus betreibt das Unternehmen unter anderem den Haxnbauer und das berühmte Weinzelt auf dem Oktoberfest.

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