Fade Cut, sauberer Bart, perfekte Konturen – der Gang zum Barbershop boomt. Doch genau dort lauert offenbar für manche Kunden eine unangenehme Gefahr: Hautärzte berichten von immer mehr Infektionen und heftigen Hautreizungen nach Rasuren und Haarschnitten.
Wie der "ORF" berichtet, sorgen derzeit vor allem juckende Rötungen, schmerzhafte Abszesse oder sogar kahle Stellen für volle Wartezimmer bei Dermatologen. "Tatsächlich beklagen immer mehr Kunden Hautirritationen nach Besuchen in Barbershops", sagt der Sprecher der dermatologischen Fachgruppe der Ärztekammer OÖ, Alex Jakob Kilbertus.
Ein möglicher Grund: mangelnde Hygiene bei Rasierern, Klingen oder Geräten. Werden Werkzeuge nicht ordentlich gereinigt, können Pilze oder Bakterien leicht übertragen werden. Besonders kleine Verletzungen bei Rasuren gelten als Eintrittspforte für Infektionen.
Experten warnen aber davor, pauschal alle Barbershops an den Pranger zu stellen. Belastbare Zahlen oder konkrete Untersuchungen für Oberösterreich gebe es derzeit nicht. Außerdem würden sich viele Betriebe sehr wohl an strenge Sauberkeitsregeln halten.
Der Dermatologe Johannes Neuhofer sieht noch ein weiteres Problem: Unsere Haut werde generell empfindlicher. Schuld daran könnten aggressive Inhaltsstoffe in manchen Pflege- oder Haarprodukten sein. Chemische Zusätze würden die Haut zusätzlich reizen und anfälliger machen.
Die Experten raten deshalb zu einem genauen Blick auf die Sauberkeit im Salon. Frische Handtücher, desinfizierte Geräte und ein gepflegter Arbeitsplatz seien wichtige Hinweise. Wer nach einem Friseur- oder Barber-Besuch länger unter Hautproblemen leidet, sollte rasch einen Arzt aufsuchen.