Der schwer in der Kritik stehende Formel-1-Reifenlieferant Pirelli macht einen Rückzieher. In Kanada werden nicht, wie angekündigt, neue und haltbarere Reifen zum Einsatz kommen. Dies dürfte eine Reaktion auf den umstrittenen Geheimtest von Mercedes sein.
Die "Silberpfeile" hatten in Barcelona einen 1000-Kilometer-Test mit den neuen Reifen absolviert. Bei diesen wurden die Außenschultern mit einem Kevlar- statt einem Stahl-Ring ausgestattet. Damit soll das Problem der schon öfters aufgetretenen plötzlichen Ablösung der Lauffläche verhindert werden. Weil Mercedes als einziges Team damit fahren durfte, noch dazu wo es eigentlich ein Testverbot gibt, gingen zuletzt im Fahrerlager von Monaco die Wogen hoch.
Vielleicht aus Selbstschutz zog Pirelli nun mit seiner Ankündigung zurück. Die neue Reifenmischung wird noch nicht beim kommenden Rennen in Kanada zum Einsatz kommen. Jeder Rennstall erhält allerdings zwei komplette Sätze, die er im Training einsetzen darf - damit soll die Chancengleichheit gewahrt bleiben.