Die Diskussion um den 11-Euro-Aufschlag für einen leeren Teller reißt nicht ab. In einer Pizzeria in Gaspoltshofen (OÖ) sorgt die Regel seit Wochen für Gesprächsstoff. Betreiber George Ghelcea erklärt nun, warum er sich zu diesem Schritt entschlossen hat.
Auslöser seien immer wieder Situationen gewesen, in denen Gäste lange Tische besetzten, aber nur wenig konsumierten.
Besonders eine größere Gruppe ist dem Wirt in Erinnerung geblieben: "Das waren 17 Personen. Etwa die Hälfte bestellte eine Speise, die anderen wollten leere Teller zum Teilen. Einer verlangte nur ein Glas Leitungswasser", sagt er zu "Heute".
Für Ghelcea ist das ein Problem. "Wir wollen ja gute Gastgeber sein, aber davon können wir nicht überleben, wir sind ein Restaurant und kein Park."
In seiner Speisekarte weist das Lokal deshalb ausdrücklich darauf hin, dass für das Teilen einer Pizza ein Aufschlag von 11 Euro verrechnet wird.
Der Gastronom schildert, dass es nicht um einzelne Gäste gehe, sondern um ein wiederkehrendes Muster.
"Die kommen, bestellen nur ein Getränk und bleiben gleich vier Stunden. Nach dem ersten Getränk bestellen sie nur mehr Leitungswasser – und das ist bei uns gratis."
Der Aufschlag sei daher nicht bloß ein Preis für einen zusätzlichen Teller. "Es sind ja nicht elf Euro nur für einen leeren Teller. Dazu kommen die Personalkosten, das Besteck und der Sitzplatz, das alles kostet mich viel Geld."
Trotz der Kritik steht Ghelcea hinter seiner Entscheidung. "Ich glaube das werden bald sehr viele Lokale verlangen, das ist eine logische Entwicklung."
Gleichzeitig zeigt er Verständnis für die Aufregung. "Ich verstehe, dass Leute sauer sind."
Er verweist aber auch auf die wirtschaftliche Situation. Erst vor Kurzem wurde das Lokal vergrößert. Seit April stehen dort 43 Sitzplätze zur Verfügung.
"Wir haben gerade hunderttausende Euro investiert, jetzt muss ich mein ganzes Leben arbeiten, um das zu verdienen."
Vor allem an stark besuchten Tagen sieht der Wirt die Notwendigkeit der Regel. "Das Problem gibt es ja nur, wenn viel los ist und Leute, die Hunger haben, kommen aber keinen Platz finden."