In Tschechien hat die Suche nach einem möglichen Atommüll-Endlager die nächste Stufe erreicht: Wie die zuständige Behörde SÚRAO mitteilte, wurde mit ersten Probebohrungen begonnen. Die Bohrungen laufen nahe des AKW Temelin am Standort Janoch – nur rund 50 km von der oberösterreichischen Grenze entfernt.
Geplant sind dort unter anderem bis zu 100 Meter tiefe Brunnen. Sie sollen zeigen, wie das Wasser im Untergrund fließt und wie stabil die geologischen Verhältnisse sind. Später sollen weitere Untersuchungen und Tiefbohrungen folgen, eine Standortentscheidung wird für 2030 erwartet.
In Oberösterreich sorgt das jetzt für massive Kritik: "Ein Atommüll-Endlager in Grenznähe zu Oberösterreich ist und bleibt untragbar", sagt Grünen-Landessprecher Stefan Kaineder. Für Atommüll, der eine Million Jahre strahlt, könne es keine sichere Entsorgung geben.
"Wir Grüne lehnen Temelin ab und lehnen auch ein Endlager in Oberösterreichs Nähe kategorisch ab. Das ist auch Common Sense im ganzen Land", so der Landesrat. Er kündigt Widerstand an: : "Wir werden alle politischen und rechtlichen Mittel nutzen, damit eine solche Gefahr an unserer Grenze nicht realisiert wird."
In der Grenzregion sei die Sorge wegen des AKW Temelin ohnehin groß. Bei zahlreichen Telefonaten in den vergangenen Wochen sei das Thema immer wieder angesprochen worden: "Und jetzt will man dort auch noch verstrahlten Müll vergraben." Besonders scharf kritisiert Kaineder den Vergleich mit dem Windkraft-Projekt in Sandl.
Aus Tschechien gebe es Einsprüche wegen angeblicher Umweltbedenken: "Aber man verbuddelt Millionen Jahre strahlenden Atommüll. Also schräger geht nicht. Das muss und kann man nicht verstehen", sagt Kaineder.