Manifest für Linzer Flughafen

"Politische Bettelrunde" – Streit um Frankfurt-Flug

Ein Schulterschluss von Politik und Wirtschaft für die Flugverbindung Linz-Frankfurt sorgt jetzt für heftige Kritik von Grünen und KPÖ.
Oberösterreich Heute
05.06.2026, 15:24
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Land OÖ, Stadt Linz, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung (IV) wollen die Flugverbindung Linz–Frankfurt langfristig absichern. Dafür wurde jetzt das "Flughafen-Manifest Oberösterreich" unterzeichnet. Unternehmen sollen die Strecke stärker in ihre Reiserichtlinien aufnehmen, Wirtschaftskammer und IV bei ihren Mitgliedern dafür werben.

Mehr Dienstreisen über Linz

Auch Land und Stadt wollen Dienstreisen, die Flüge erfordern, nach Möglichkeit über den Flughafen Linz abwickeln. Das erklärte Ziel: Innerhalb von vier Jahren soll eine so stabile Nachfrage erreicht werden, dass die Verbindung künftig ohne weitere Zuschüsse des Landes wirtschaftlich betrieben werden kann.

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Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) spricht von einem "wesentlichen Standortfaktor für unsere Betriebe, für Investitionen und für Arbeitsplätze". VP-Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner sieht in der Strecke eine "unverzichtbare" Anbindung an das internationale Drehkreuz Frankfurt.

Auch der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) verteidigt den Schulterschluss: "Der Flughafen Linz ist wichtig für die internationale Anbindung und den Wirtschafts- und Forschungsstandort der Stadt Linz und für ganz Oberösterreich."

"Politische Bettelrunde"

Rückenwind erhält der Flughafen von einer Studie der Johannes Kepler Universität: Demnach sorgen die am Flughafen angesiedelten Betriebe für eine regionale Bruttowertschöpfung von rund 129 Millionen Euro jährlich. Rund 2.234 Arbeitsplätze seien direkt oder indirekt damit verbunden.

Ganz anders sieht das Thema Linz-Frankfurt Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne): "Ein Manifest ersetzt keine Passagiere." Er spricht von einer "politischen Bettelrunde bei der Wirtschaft". Eine gut laufende Fluglinie brauche so etwas nicht – dann würden die Menschen einsteigen, "weil es Sinn macht. Genau das passiert hier offenbar nicht."

"Passagieraufkommen seit Jahren niedrig"

Kaineder legt nach: "In Oberösterreich wird den Menschen erklärt, überall müsse gespart werden. Aber für einen Business-Shuttle, das keiner zu brauchen scheint, liegen Millionen bereit." Er fordert, dass das Land offenlegt, wie viele Menschen die Linz-Frankfurt-Flüge tatsächlich nutzen.

Auch die Linzer KPÖ kritisiert den Kurs. Gemeinderat Michael Roth-Schmida fordert, die Stadt Linz solle ihre Beteiligung am Flughafen beenden, statt weitere Millionen in dessen Erhalt zu investieren: "Niemand braucht einen dauerhaft subventionierten Regionalflughafen, dessen Passagieraufkommen seit Jahren niedrig ist", so Roth-Schmida.

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