Kein Ende der Krise. Finanziell trifft es derzeit Vorarlberg besonders hart: Im ersten Halbjahr 2026 meldeten dort bereits 101 Unternehmen Insolvenz an.
Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 73 Firmenpleiten. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 38 Prozent. Laut KSV1870 ist das der stärkste Zuwachs aller Bundesländer, so der ORF.
Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung bei den Schulden der betroffenen Firmen. Die Verbindlichkeiten lagen im ersten Halbjahr bei 97 Millionen Euro. Im Jahr 2025 waren es noch 37 Millionen Euro.
Besonders stark betroffen sind laut Kreditschutzverband Handel, Baugewerbe sowie Gastronomie und Beherbergung. Diese Bereiche zählen zu den großen Insolvenztreibern. Seit Jahresbeginn entfallen österreichweit 44 Prozent aller Firmenpleiten auf diese Branchen.
Auch bei Privatinsolvenzen gibt es in Vorarlberg einen Anstieg. In den ersten sechs Monaten des Jahres meldeten 237 Privatpersonen Insolvenz an. Das sind neun Fälle mehr als im ersten Halbjahr 2025 und entspricht einem Plus von vier Prozent.
Damit liegt Vorarlberg leicht über dem Österreich-Schnitt. Bundesweit stieg die Zahl der Privatinsolvenzen um knapp zwei Prozent.
Als Hauptgründe gelten die angespannte Lage am Arbeitsmarkt sowie stark gestiegene Lebenshaltungs- und Energiekosten. Viele Haushalte geraten dadurch finanziell immer stärker unter Druck.
KSV-Experte Nathaniel Heinritz geht davon aus, dass diese Entwicklung auch in den kommenden sechs Monaten anhält.