Mehr als eine Million Schulden

Hohe Spritpreise, aber Tankstellen-Betreiber pleite

Über die Betreiberfirma von drei ENI-Tankstellen in Niederösterreich und Oberösterreich wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet.
Österreich Heute
08.06.2026, 16:17
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Drei Monate lang – seit Beginn des Iran-Kriegs – erleben wir hohe Spritpreise. Viele denken, Tankstellen erzielen einen fetten Zusatz-Umsatz. Aber: Für einen Betreiber von drei ENI-Tankstellen hat das Landesgericht Krems am Dienstag ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet.

Betroffen ist die WVRAST Gastronomiebetriebs-GmbH mit Sitz in Bärnkopf (NÖ). Das Unternehmen betreibt ENI-Tankstellen mit Shop und Trafik in Behamberg, Amstetten und Dietach.

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Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Laut Angaben des Kreditschutzverbands KSV1870 sind 34 Mitarbeiter beschäftigt. Die Passiva werden mit rund 1,025 Millionen Euro angegeben. Rund 45 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.

Warum es zur Pleite kam

Als Ursachen nennt das Unternehmen mehrere Faktoren. So hätten Umbauten an den Standorten Behamberg und Amstetten nicht den erhofften Anstieg bei der Kundenfrequenz gebracht.

Zudem wurde eine früher betriebene Tortenproduktion auf Wunsch des Verpächters ENI eingestellt. Laut Schuldnerangaben fehlen außerdem noch die Jahresabschlussrechnung 2025 sowie mögliche Betriebskostenzuschüsse. Dadurch sei es zu finanziellen Engpässen gekommen.

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Betrieb soll weiterlaufen

Trotz der Insolvenz soll der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden. Das Unternehmen strebt eine Sanierung an und bietet den Gläubigern eine Quote von 40 Prozent an. Diese soll innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden.

Die Finanzierung soll laut Unternehmensangaben aus dem laufenden Betrieb erfolgen.

Zum Insolvenzverwalter wurde der St. Pöltner Rechtsanwalt Dr. Christian Lind bestellt. Die erste Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung findet am 17. Juni statt. Die Anmeldefrist für Gläubiger endet am 15. Juli.

"Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der vorgelegte Finanzplan eingehalten und die Sanierungsbestrebungen tatsächlich aufrechterhalten werden können", erklärt Brigitte Dostal vom KSV1870.

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