Emanuel Pogatetz ist somit Nachfolger von Andreas Ivanschitz, der nicht einberufen wurde. Ob der 26-Jährige, der auch bei Middlesbrough Kapitän ist, bei einer Rückkehr von Ivanschitz die Schleife trägt, ist noch offen. Didi Constantini macht aber nicht den Eindruck, dass er die Kapitänsdiskussion neu eröffnen will. Zum Vize-Kapitän wurde Paul Scharner ernannt. Damit haben ausgerechnet die beiden einstigen Kritiker die Spitze der Team-Hierarchie übernommen.
Constantini sieht keine Bedenken
Der Teamchef begründet seine Entscheidung damit, dass "Pogatetz und Scharner bereits in der Vergangenheit viel Verantwortung in der Nationalmannschaft übernommen haben. Außerdem zählen sie zu unseren routiniertesten Spielern. Und sie haben den Weg in die Premier League geschafft, die die beste Liga Europas ist."
Diskussionen über die ÖFB-Teamvergangenheit von Pogatetz und Scharner wischt Constantini vom Tisch: "Vielleicht ist diese Entscheidung für den einen oder anderen überraschend, weil es in der Vergangenheit kritische Stimmen gegen den Verband gegeben hat. Aber das ist alles besprochen und ausgeräumt."
Constantini begrüßt sogar, dass es Spieler gibt, die manchmal verbal auf den Tisch hauen. "Wenn alle im gleichen Strom schwimmen, dann kommt eh nichts heraus. Jeder Spieler soll sein Ego haben. Aber im Sinne des Kollektivs gilt es das Ego zurückzustellen", erklärt der Tiroler.
Pogatetz: "Kapitän zu sein ist ein tolles Gefühl"
Pogatetz selbst hat in den letzten Tagen mehrfach betont, dass er das Amt sehr gerne ausüben würde. "Ich habe mich sehr gefreut, als der Teamchef an meine Zimmertür klopfte und mir seine Entscheidung mitteilte. Kapitän der Nationalmannschaft zu sein, das ist ein tolles Gefühl. Belasten wird mich die Rolle sicher nicht, weil ich bin das von Middlesbrough gewohnt."
Verändern sollen sich hingegen die Resultate des ÖFB-Teams. "Ich hoffe, dass wir den Umschwung schaffen. Am besten schon gegen Rumänien." Pogatetz freut sich über die volle Rückendeckung durch den Teamchef. "Dadurch ist es einfacher, teamintern Dinge anzusprechen."
Was passiert bei einer Ivanschitz-Rückkehr?
Pogatetz will die Kapitänsschleife auch im Fall einer Ivanschitz-Rückkehr behalten. "Ich will meine Sache gut erledigen, damit der Teamchef sagt, dass ich es weitermachen soll", so der Steirer, der kein Konfliktpotenzial mit Ivanschitz sieht. "Es gibt kein persönliches Problem. Eventuelle offene Fragen wird sicher der Teamchef klären. Im Endeffekt ist nur wichtig, dass wir auf dem Spielfeld Erfolg haben."