Spiele-Test

"Pokémon Pokopia" taucht mit "Blubbmeria" spaßig ab

Mit "Blubbmeria" bekommt "Pokémon Pokopia" sein bisher ungewöhnlichstes Gebiet. Der Sprung ins Wasser verändert einiges, aber nicht alles.
Rene Findenig
13.08.2026, 15:35
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

"Pokémon Pokopia" war für mich auf der Nintendo Switch 2 schon nach den ersten Stunden ein Spiel, bei dem ich schnell vergessen habe, eigentlich nur kurz etwas erledigen zu wollen. Aus einem kleinen Bauprojekt wird eine neue Unterkunft, daraus ein neues Habitat und plötzlich ist wieder eine Stunde vergangen. Der erste Teil des Erweiterungspasses versucht deshalb gar nicht erst, dieses Grundprinzip auf den Kopf zu stellen. "Blubbmeria" nimmt genau das, was "Pokopia" bisher ausgemacht hat, und setzt es unter Wasser. Du bewegst dich nicht mehr nur über Wiesen, durch Wälder oder über Inseln, sondern tauchst in ein versunkenes Land hinab. Das Wasserszenario sieht aber nicht nur anders aus, sondern spielt sich auch anders.

Bevor du überhaupt nach "Blubbmeria" aufbrichst, musst du allerdings einen wichtigen Schritt erledigen. In Trübküstia kannst du bei Manaphy die neue Tauchfähigkeit erlernen. Damit ist die Unterwasserwelt nicht mehr länger ein Bereich, den du nur von oben betrachten kannst. Seen, Flüsse und das Meer werden zu begehbaren beziehungsweise beschwimmbaren Gebieten. Die Funktion ist Teil des kostenlosen Updates 2.0.0, während das neue Unterwassergebiet mit dem kostenpflichtigen Erweiterungspass kommt. Das Erste, was mir beim Tauchen auffällt, ist die Geschwindigkeit. Ich hatte erwartet, dass sich Ditto unter Wasser langsamer bewegen würde. Genau das passiert aber nicht. Die Bewegung bleibt angenehm direkt und flott.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Das ist wichtig, weil "Blubbmeria" nicht aus ein paar kleinen Tümpeln besteht. Die neue Region ist groß angelegt und führt durch versunkene Gebäude, Ruinen, Höhlen, Tunnel und weitere Bereiche. Dazu kommen kleine Inseln und trockene Stellen, die über dem Wasser oder innerhalb der Unterwasserlandschaft liegen. Wege, die an Land offensichtlich wären, führen unter Wasser plötzlich in andere Richtungen. Gleichzeitig kann ich Bereiche erreichen, die von oben überhaupt nicht zugänglich sind. Besonders angenehm ist, dass die Steuerung dabei nicht unnötig kompliziert wird. Ich kann mich unter Wasser frei bewegen und muss nicht ständig gegen eine träge Spielfigur ankämpfen. Das passt gut zu "Pokopia".

Eine versunkene Version von Kanto

Noch besser funktioniert das mit einer verbesserten Surfer-Fähigkeit. In der Form von Lapras komme ich unter Wasser schneller voran. Apropos: "Blubbmeria" hat einen "Pokémon"-Nostalgie-Faktor. Die neue Region orientiert sich an Azuria City aus Kanto und greift Bereiche nördlich davon auf. Ich erkenne dabei Anspielungen auf alte "Pokémon"-Games, bekomme aber nicht das Gefühl, nur eine alte Karte noch einmal abzulaufen. Das Zentrum der Region wirkt indes großzügiger als manche anderen Städte aus "Pokopia". Zwischen den Ruinen gibt es einen großen Platz, Höhlen, Tunnel und verschiedene Ebenen. Dadurch kann ich mich relativ lange in einem Bereich aufhalten, ohne ständig zum nächsten Abschnitt wechseln zu müssen.

Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: Ich werde beim Erkunden immer wieder vom eigentlichen Ziel abgelenkt. Eigentlich will ich nur zu einem bestimmten Punkt. Dann entdecke ich eine Höhle, sehe eine ungewöhnliche Ruine oder finde einen Bereich, der auf der Karte zunächst nicht besonders wichtig aussieht. Und schon bin ich wieder unterwegs. Genau solche Momente funktionieren in "Pokopia" ohnehin gut. "Blubbmeria" verstärkt diesen Effekt, weil die Unterwasserwelt viel stärker mit versteckten Bereichen arbeitet. Einige Geheimräume sind nicht sofort sichtbar. Schatzkarten können, helfen dabei, solche Orte aufzuspüren. Doch Achtung: Nicht jede Stelle unter Wasser ist hell und freundlich!

Im Dunkeln wird es plötzlich spannend

In einem Tiefseegraben wird es deutlich dunkler. Dort ist eine Lampe zwar nicht zwingend notwendig, aber sie macht die Erkundung wesentlich angenehmer. "Pokopia" ist normalerweise ein sehr zugängliches Spiel. Vieles wirkt freundlich, bunt und gemütlich. In der dunklen Unterwasserzone kommt dagegen ein kleines Gefühl von Unsicherheit dazu. Ich sehe weniger und muss genauer darauf achten, wo ich eigentlich entlangschwimme. Das Spiel macht daraus allerdings kein Horrorerlebnis. Es bleibt "Pokopia". Die Dunkelheit soll nicht Angst machen, sondern einen weiteren Grund liefern, die Umgebung genauer zu untersuchen. Dazu passen die Ruinen mit alten Artefakten und Dokumenten, die die frühere Besiedlung Kantos erzählen.

Diese Fundstücke sind für mich einer der interessanteren Bestandteile des DLCs, weil sie nicht einfach nur zusätzliche Gegenstände darstellen. Sie geben der Umgebung eine Geschichte und "Pokémon"-Fans zahlreiche Entdeckungen. Wer "Pokopia" schon länger spielt, kennt dieses Prinzip. Menschen sind in dieser Welt verschwunden, ihre Spuren sind aber noch vorhanden. "Blubbmeria" führt diese Idee unter Wasser weiter. Zwischen den Ruinen entsteht dadurch ein Gefühl dafür, dass hier einmal etwas anderes war. Natürlich wäre eine neue -Region ohne neue Bewohner nur halb so interessant. In "Blubbmeria" lassen sich 50 neue Pokémon oder neue Bewohner für die Unterwasserregion finden. Der Schwerpunkt liegt auf Wasser-Pokémon.

Bauen bekommt unter Wasser eine neue Seite

Das gefällt mir besser, als wenn das Spiel einfach möglichst viele Pokémon auf die Karte verteilt. Wer ein Pokémon in die neue Region holen will, muss sich mit den Bedingungen beschäftigen, unter denen es sich dort wohlfühlt. Genau das ist weiterhin einer der wichtigsten Punkte von "Pokopia". Du sammelst die Pokémon nicht nur ein. Du baust ihnen Lebensräume. Dafür brauchst du die richtigen Gegenstände, bestimmte Umgebungen und teilweise neue Elemente, die das DLC-Gebiet überhaupt erst interessant machen. Auch Wasser-Pokémon aus anderen Regionen können nach Blubbmeria eingeladen werden. Gleichzeitig gibt es Ausnahmen für Pokémon, die mit der Umgebung wenig anfangen können.

Beim Bauen zeigt sich am deutlichsten, dass "Blubbmeria" nicht nur Bisheriges unter Wasser setzt. Dinge schweben, Blöcke bewegen sich anders und Gebäude können an Stellen entstehen, an denen ich sie an Land nicht unbedingt erwarten würde. Besonders interessant sind die neuen Schwimmblöcke. Damit lassen sich Gebäude auf dem Wasser beziehungsweise in der Unterwasserwelt platzieren. Ich kann dadurch stärker mit mehreren Ebenen arbeiten. Ein Gebäude muss nicht mehr einfach auf einem festen Untergrund stehen. Es kann Teil einer schwimmenden Konstruktion werden. Das klingt nach einer kleinen Erweiterung, verändert aber die Möglichkeiten beim Bauen ziemlich drastisch.

Gemeinsames Lager als sinnvollste Neuerung

Dazu kommen neue Möbel, Gebäudeteile und Bauanleitungen. Das Design passt überwiegend zum neuen Gebiet. Maritime Gegenstände und ein fernöstlich angehauchtes Set erweitern die Auswahl. Auch neue Nahrungsmittel und Rezepte kommen hinzu. Eine der sinnvollsten Änderungen steckt allerdings nicht in der Landschaft, sondern in der Verwaltung meiner Gegenstände. Mit der neuen Lagerstation beziehungsweise dem Portal Pod kann ich auf ein gemeinsames Lager zugreifen, sofern entsprechende Stationen in den jeweiligen Gebieten vorhanden sind. Für ein größeres Bauprojekt muss ich deshalb nicht mehr ständig zwischen den Orten wechseln oder versuchen, möglichst viel mitzunehmen.

Besonders praktisch ist das gemeinsame Lager, über das du Materialien aus verschiedenen Gebieten abrufen kannst.
Nintendo

Das Feature gehört technisch zum kostenlosen Update 2.0.0 und ist damit nicht exklusiv an den kostenpflichtigen DLC-Inhalt gebunden. Für Spieler, die bereits viel Zeit in Pokopia investiert haben, ist es trotzdem eine der wichtigsten Neuerungen rund um den Start von Blubbmeria. Wer "Pokopia" kennt, weiß allerdings auch, dass dieses Spiel nie besonders schnell sein wollte. "Blubbmeria" ändert daran nichts. Du bekommst Aufgaben, sammelst Materialien, baust Habitate, erfüllst Wünsche und schaltest nach und nach weitere Möglichkeiten frei. Die neue Region fügt diesem Ablauf neue Inhalte hinzu, ersetzt ihn aber nicht. Manche Freischaltungen brauchen weiterhin Geduld und die Welt entwickelt sich nur langsam.

Die Geschichte hält sich weiterhin zurück

Auch erzählerisch macht "Blubbmeria" keinen Versuch, "Pokopia" in ein völlig anderes Spiel zu verwandeln. Der Einstieg führt relativ direkt in das neue Gebiet. Eine neu aufgetauchte Insel sorgt dafür, dass du dich mit dem neuen Bereich beschäftigst, Manaphy führt dich an die Tauchmechanik heran und danach geht es weiter Richtung Blubbmeria. Teil 1 des Erweiterungspasses ist inhaltlich gelungen, aber die Frage nach dem Preis (35 Euro) lässt sich nicht völlig von den beiden noch ausstehenden Teilen trennen. Der Erweiterungspass enthält mehrere DLC-Wellen. "Blubbmeria" ist dabei der erste große neue Bereich. Weitere Inhalte sind für Ende 2026 und 2027 angekündigt und in den Kosten des Passes enthalten.

"Blubbmeria" ist ein sinnvoller erster Schritt für den "Pokémon Pokopia"-Erweiterungspass. Die neue Region fühlt sich nicht wie eine kleine Zusatzkarte an, sondern bringt eine eigene Umgebung mit eigenen Bewegungsmöglichkeiten, Ruinen, Höhlen, Bauideen und Pokémon. Die Tauchmechanik ist dabei der wichtigste Neuzugang. Sie macht Gewässer erstmals wirklich interessant und gibt der Welt eine zusätzliche Ebene. Dass Ditto dabei nicht quälend langsam unterwegs ist, hilft enorm und das neue Lager ist eine echte Komfortfunktion. Für mich ist "Blubbmeria" kein Pflichtprogramm für jeden "Pokopia"-Spieler. Es ist aber eine überzeugende Erweiterung für jene, die ihre eigene Pokémon-Welt noch lange nicht fertig gebaut haben.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 13.08.2026, 15:40, 13.08.2026, 15:35