Sport

Polen wird bei der Euro zum Überwachungsstaat

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:43

Was die Organisatoren der Euro 2012 in Polen planen, lässt Datenschützer Alarm schlagen. Zur Überwachung der Fußball-Fans soll das Computersystem "Indect" kommen, das Videoauswertungen, Handyortungen oder Facebook-Durchsuchungen durchführt und dann selbstständig entscheidet, ob eine Person überwacht wird oder nicht.

Was die Organisatoren der Euro 2012 in Polen planen, lässt Datenschützer Alarm schlagen. Zur Überwachung der Fußball-Fans soll das Computersystem "Indect" kommen, das Videoauswertungen, Handyortungen oder Facebook-Durchsuchungen durchführt und dann selbstständig entscheidet, ob eine Person überwacht wird oder nicht.

Das Ganze klingt wie ein Science Fiction-Film: Das System gewinnt seine Informationen aus Videoaufzeichnungen, Kommunikationsdaten, Handyortungen und sozialen Netzwerken, Internetseiten sowie Bevölkerungs- und Polizeidateien und kann sogar Fangesänge mit Audiosensoren abhören und analysieren, berichtet Der Westen. Schreibt man etwa einen für das System "verdächtigen" Eintrag auf Facebook, kann man von "Indect" schnell als Hooligan abgestempelt werden.

Verhält sich jemand "auffällig", schickt Indect beispielsweise eine Videodrohne los, um die Person zu überwachen. Wie leicht man zum Verdächtigen werden kann, zeigen Beispiele. "Auffällig" ist man für "Indect" etwa, wenn man im Bild einer Überwachungskamera schnell läuft, sich gegen die Laufrichtung der Menge bewegt, sich ein Auto näher anschaut oder Gepäck stehen lässt. Datenschützer schlagen wegen dem System, das bei der Euro getestet werden soll, Alarm: Die Privatsphäre der Bürger sei gefährdet. Nun will sich das EU-Parlament mit dem Überwachungssystem befassen.

 

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