Große Aufregung in der Tempelgasse in Wien-Leopoldstadt: Direkt gegenüber einer Synagoge wurde am Sonntag eine Granate entdeckt – das berichtete "ORF Wien". Das gefährliche Objekt war in einer Tasche abgelegt worden – unmittelbar vor einer Einrichtung, die auch Holocaust-Überlebende betreut.
Wie "Heute" in Erfahrung bringen konnte, wurde die Granate zunächst nicht vor der Synagoge, sondern gegenüber der Polizeiinspektion Tempelgasse vor dem Eingang zu einem Wohngebäude abgelegt. Erst später soll ein Mann die Tasche bis vor die Synagoge mitgenommen haben. Warum er das getan hat, ist unklar.
Laut Polizeisprecherin Anna Gutt handelte es sich um einen echten Granatenkörper, allerdings ohne Sprengstoff. Zudem war die Zündvorrichtung nicht funktionstüchtig. Die Polizei ermittelt nun den genauen Hintergrund.
"Nach derzeitigem Informationsstand besteht kein direkter Bezug zur der in der Tempelgasse gelegenen Synagoge oder einer antisemitischen Intention. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung wurde in Kenntnis gesetzt, die weiteren Ermittlungen laufen", so Gutt weiter.
Die Tempelgasse ist ein historischer Ort: Dort stand einst der Leopoldstädter Tempel, die größte Synagoge Wiens. Heute befindet sich an dieser Stelle eine kleinere Synagoge mit angeschlossener Beratungsstelle.