Am Mittwochabend kam es in Altenerding, Bayern, zu einem Vorfall, bei dem die Polizei auf Soldaten der Bundeswehr schoss. Ein Soldat landete verletzt im Spital. Er erlitt einen Streifschuss. Die "Bild" hat nun mehr Informationen darüber, wie es so weit kommen konnte.
Um 17 Uhr bemerken Autofahrer schwer bewaffnete Personen in Tarnkleidung. Gleich mehrere Notrufe gehen bei der Polizei ein. Die Polizei weiß jedoch, dass die Bundeswehr eine Übung durchführt. Sie ruft an der zuständigen Stelle an. Dort heißt es: Dort, wo die bewaffneten Männer gesehen wurden, sei erst am Donnerstag, um 23 Uhr Übungsbeginn.
Von da an gingen die Polizisten von einer lebensbedrohlichen Einsatzlage mit Schwerkriminellen aus. Ein Großaufgebot wird losgeschickt, darunter auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK).
Am Einsatzort angekommen, entdecken sie die Personen in Tarnkleidung und geben Warnschüsse ab. Die Soldaten denken, die Ankunft der Polizisten sei Teil der Übung. Zwei ergeben sich. Ein Dritter schießt mit Platzpatronen auf die Beamten – rund zehnmal. Über Funk meldeten die Polizisten daraufhin massiven Beschuss.
Die Polizei erwidert das Feuer. Laut Informationen der "Bild" geben sie 30 Schüsse ab. Ein Soldat wird am Gesicht gestreift. Einige Minuten nach dem Schusswechsel meldet sich die Bundeswehr bei der Polizei. Sie erklärt: Die Soldaten hatten an diesem Tag ihr Quartier an der Straßenmeisterei bezogen – dort, wo der Schusswechsel stattfand.
Der Vorfall wird nun intern aufgearbeitet. Gegenüber "Bild" sagte ein Beamter: "Die Polizisten haben hochprofessionell gearbeitet." Intern würde aber auch hinterfragt, warum bei 30 Schüssen niemand getroffen hat. Die Bundeswehr hat sich noch nicht weiter zum Vorfall geäußert.