Beim internationalen Testspiel zwischen SK Rapid und dem 1. FC Nürnberg vereinten sich die Fans beider Vereine gegen die Polizei. Bei den Zusammenstößen flogen Bänke, Tische und Mistkübel gegen die Beamten, diese setzten Pfefferspray gegen die randalierenden Fans ein. Rapid verlor das Testspiel 1:3.
Zeigten sich die befreundeten Fans von Rapid und Nürnberg während der Partie noch von ihrer vorbildlichen Seite, so kam es geraume Zeit nach dem Abpfiff zu unschönen Szenen. Polizeibeamte hielten sieben teilweise vermummte Personen in der Parkgarage an, weil diese dort Videokameras manipuliert hatten. Draufhin formierte sich eine größere Fangruppe gegen die Polizei und attackierte diese mit Bänken, Tischen und Steinen.
Polizei antwortete mit Pfefferspray
Zwei Personen wurden wegen Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung festgenommen. Das wurde beiden Fangruppen bekannt, worauf wieder Bänke, Tische, Mistkübel und sonstigen Gegenstände gegen die Beamten geworfen wurden. Diese antworteten mit Pfefferspray und zogen sich ins Innere des Stadions zurück. Nachdem wieder Ruhe einkehrt war, schickten sich Fans schließlich erfolglos an, ins Stadioninnere zu gelangen. Laut Wiener Polizei beruhigte sich die Lage danach.
Bei dem Einsatz wurden sieben Polizisten verletzt, neun Strafanzeigen und mehr als 200 Anzeigen wegen Übertretungen nach dem Pyrotechnikgesetz und anderen Verwaltungsvorschriften erstattet. Derzeit finden weitere Ermittlungen zur Ausforschung von Tatverdächtigen statt.
Gäste überzeugten mit 3:1-Sieg
Während des Testspiels sorgten die 6.200 Zuschauer, darunter rund 2.000 mitgereiste Anhänger der Nürnberger, im Hanappi-Station noch für gute Stimmung. Beide Teams waren aufgrund zahlreicher Länderspiel-Abstellungen klarerweise nicht in Bestbesetzung angetreten.
In einer offenen Partie sorgte Kapitän Steffen Hofmann für den einzigen Treffer der Hütteldorfer (44.), für die Gäste waren Berkay Dabanli (22.), Daniel Ginczek (53.) und der 19-jährige Österreicher Roman Kerschbaum (85.) erfolgreich. Bei den mit einigen Amateurspielern angetretenen Rapidlern gab nach der Pause Dominik Starkl sein Comeback. Der Stürmer hatte sich am 1. Juni bei einem Testspiel des ÖFB-U21-Nationalteams einen Knöchelbruch zugezogen.
Beim deutschen Tabellenvorletzten kam der in der Winterübertrittszeit von Rapid gekommene und zuletzt von Coach Michael Wiesinger heftig kritisierte Muhammed Ildiz ab der 66. Minute zum Einsatz. Der im Sommer 2012 von der Akademie St. Pölten zur zweiten Mannschaft der Nürnberger gewechselte Kerschbaum bekam in der Schlussphase Spielpraxis und zeigte mit dem Treffer zum 3:1-Endstand auf.