Polizei schnappt Schlepper vor Österreich-Grenze

Eine neue Flüchtlingswelle rollt an. Erst am Montag wurde ein Schlepper bei dem Versuch, Migranten nach Österreich zu schmuggeln, dingfest gemacht.

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan brachte in Europa erneut das Thema Migration auf. Man wolle um jeden Preis verhindern, dass sich eine Situation, wie es sie 2015 gegeben hat, wiederholt. Aus diesem Grund gibt es in Österreich auch einen sehr strengen Kurs in der Flüchtlingspolitik, was für viel Kritik sorgt – im Inland aber auch im Ausland.

Mehrmals wiederholte unter anderem Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), dass es wichtig sei, nun insbesondere vor Ort zu helfen. Weitere Flüchtlinge aufzunehmen sei keine Option. Auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) folgt in dieser Thematik einer harten Linie.

500 bis 900 Migranten wöchentlich

Nehammer hat der illegalen Migration den Kampf angesagt. Man müsse gezielt gegen Schlepper und organisierte Kriminalität vorgehen – letztere würde derzeit boomen. Wie bereits berichtet, stehen seit September auch 30 österreichische Polizisten in Ungarn im Einsatz.

In den vergangenen Wochen haben sich die Fälle illegaler Schlepperei nämlich wie erwartet gehäuft. Seit dem Sommer gibt es daher verstärkte Schwerpunktkontrollen. Bis zu 500 bis 900 Migranten übertreten jede Woche irregulär die Grenze zwischen Ungarn und dem Burgenland, heißt es am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal". Wärmebildkameras und Drohnen sollen nach ihnen Ausschau halten. Im Fokus der Kontrollen stehen aber die Schlepper selbst, denn ohne die erfahrenen Organisatoren der illegalen Übertritte gelingen diese Grenzübertritt nicht.

Schlepper in Ungarn gefasst

Berichten serbischer Medien zufolge wurde erst Montagfrüh ein 35-jähriger Schlepper in Ungarn festgenommen. Die dortige Polizei hat den Mann auf der Autobahn M1 in Richtung Österreich unweit des Ortes Nagyszentjános festgenommen – knapp 120 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Der 35-jährige serbische Staatsangehörige war mit einem Minibus mit slowakischen Kennzeichen unterwegs, mit an Bord waren 28 weitere Menschen. Bei der Kontrolle durch die ungarische Polizei wurde festgestellt, dass es sich um afghanische Staatsbürger handelt. 

Nach Serbien zurückgeführt

Vor der Hintergrund, dass die Migranten keine Dokumente über einen legalen Aufenthalt in Ungarn vorweisen konnten, hat die Polizei sie wieder nach Serbien zurückgeführt, heißt es. Gegen den 35-jährigen Schlepper wurde Anzeige erstattet.

In Ungarn steht dafür eine Gefängnisstrafe von fünf bis 15 Jahren an, für die Hintermänner – die Organisatoren – sogar zehn bis 20 Jahre. 

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