Polizisten rücken wenige Tage vor Weihnachten 2023 wegen häuslicher Gewalt nach Frastanz aus. Vor Ort geraten sie mit dem 31-jährigen Sohn der Anruferin aneinander. Der 54-jährige Gruppeninspektor fühlt sich "aufs Übelste beleidigt" und daran gehindert, das Haus zu betreten. Die Situation eskaliert: Der Beamte schlägt mehrfach mit der Faust ins Gesicht des Mannes, wie die "Krone" berichtet.
Die Folgen sind schwer. Im Krankenhaus werden eine Schädelprellung, zahlreiche Hämatome und ein gebrochener Finger festgestellt.
Im Prozess räumt der Angeklagte ein: "Der Einsatz ist aus dem Ruder gelaufen". Er bedauere die Schläge, betont aber auch, dass es Situationen gebe, in denen nur Härte helfe. Kollegen widersprechen klar: Die Gewalt sei "nicht notwendig" gewesen. Laut ihren Aussagen schlägt der Gruppenleiter sogar weiter zu, als der Mann bereits am Boden liegt – erst ein junger Beamter greift ein: "Herr Gruppeninspektor, jetzt reicht es!"
Das Opfer zeigt sich schockiert: "Es gab keine Gegenwehr von mir und von ihm kam keine Vorwarnung – nur Gewalt. Dabei wollte ich doch eigentlich nur schlichten". Eine Entschuldigung lehnt er ab: "Wären die anderen Beamten nicht eingeschritten, säße ich heute womöglich gar nicht mehr hier."
Die Verteidigung spricht von einem "einmaligen Fehlverhalten" in einer "makellosen Karriere", die Staatsanwaltschaft hält dagegen. Das Gericht folgt letztlich dieser Linie: schuldig wegen schwerer Körperverletzung. Das nicht rechtskräftige Urteil: acht Monate bedingte Haft, 2160 Euro Geldstrafe und 1000 Euro Schmerzensgeld.