Ein heftiger Vorfall bei einem Einsatz wurde einem 35-jährigen Polizisten am Freitag zum Verhängnis: Er wurde zu 4.500 Euro Geldstrafe und zehn Monaten bedingter Haft verurteilt, weil er einen Mann im vergangenen Sommer zu Boden brachte, fixierte und anschließend einen Akt verfälschte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zu der Amtshandlung kam es, nachdem die Polizei wegen einer Anzeige wegen gefährlicher Drohung gerufen wurde. Laut Staatsanwältin Magdalena Jarnig-Prislan näherte sich der Polizist dem Opfer abrupt, ergriff dessen Arm und warf ihn mit Schwung auf den gepflasterten Boden. Dort fixierte er den Mann rund 30 Sekunden lang – ohne ihn festzunehmen. Erst als er auf die Videoüberwachung hingewiesen wurde, ließ er ab.
Das Opfer erlitt blutende Schürfwunden und Prellungen an den Schultern. Auf dem Video war klar zu sehen: Der Mann war nur verbal aggressiv, körperlich ging keine Gefahr von ihm aus.
Vor Gericht bekannte sich der Beamte umfassend schuldig. Er erklärte, er habe unter Überarbeitung und familiärem Druck gehandelt: "Es tut mir irrsinnig leid, wie ich ihn behandelt habe, auf eine menschenunwürdige Art und Weise", wird er vom "ORF" zitiert.
Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Gernot Kugi verurteilte den Polizisten wegen Amtsmissbrauchs, Körperverletzung und Verleumdung. Richter Kugi betonte, dass das Vorgehen "nicht vom Gesetz gedeckt" war und der Mann Opfer von Polizeigewalt geworden sei.
Ob der 35-Jährige wieder im Polizeidienst arbeiten darf, wird nun in einem Disziplinarverfahren geklärt. Nach dem Vorfall war er suspendiert worden.