Züge müssen bremsen

250 km/h! Koralmbahn bekommt plötzlich Tempolimit

Im Granitztaltunnel der Koralmbahn dürfen Züge nur mit 190 statt 250 km/h einfahren. Grund ist die Gefahr eines lauten Tunnelknalls.
Christoph Weichsler
13.03.2026, 11:15
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Die Koralmbahn gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Rund sechs Milliarden Euro kostet die neue Südstrecke zwischen Graz und Klagenfurt. Doch ausgerechnet im Granitztaltunnel im Lavanttal sorgt jetzt ein kurioses Problem für ein Tempolimit.

Eigentlich sind auf der neuen Strecke bis zu 250 km/h erlaubt. Im rund sechs Kilometer langen Granitztaltunnel dürfen Züge derzeit aber nur mit maximal 190 km/h einfahren. Der Grund: die Gefahr eines sogenannten Tunnelknalls – berichtet der "Kurier".

Luftdruck sorgt für lauten Knall

Dabei wird im Tunnel Luft vor dem Zug zusammengedrückt. Je schneller ein Zug fährt und je länger oder enger der Tunnel ist, desto stärker baut sich dieser Luftdruck auf. Beim Austritt aus dem Tunnel kann es dann zu einem lauten Knall kommen, der auch für Anrainer deutlich hörbar ist.

Das Phänomen wurde erstmals 1975 beim japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen beobachtet. Nun taucht es offenbar auch erstmals auf einer österreichischen Hochgeschwindigkeitsstrecke auf. Bei Testfahrten im Dezember wurde der Effekt im Granitztaltunnel festgestellt.

Warum es im Tunnel knallt

Warum es genau dort knallt, ist noch unklar. Möglich ist etwa, dass der Tunnel enger gebaut wurde als geplant oder die Oberflächenbeschaffenheit der Röhre den Luftstrom nicht optimal ableitet.

Auch der Zug selbst könnte eine Rolle spielen. Der ÖBB-Railjet ist keine klassische Hochgeschwindigkeitsgarnitur und besitzt keine stark stromlinienförmige Nase. Dadurch wird die Luft vor der Lok stärker zusammengeschoben.

ÖBB sehen kein großes Problem

Die ÖBB betonen jedoch: Große Auswirkungen hat das Tempolimit nicht. Laut Bahn beträgt der Zeitverlust für durchfahrende Züge nur rund zehn Sekunden. Bei Zügen mit Halt in St. Paul im Lavanttal fällt der Unterschied gar nicht ins Gewicht. Das Tempo wird nur auf jeweils rund 500 Metern vor den Tunnelportalen reduziert. Die Milliardenstrecke bleibt also trotzdem eine Hochgeschwindigkeitsbahn.

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