Wegen neuer Steuer

"Fuchsteufelswild" – Campingplätze bangen um Existenz

Das neue Kärntner Tourismusgesetz sorgt für Wirbel! Campingplatz-Betreiber beklagen eine zu hohe Aufenthaltsabgabe. Viele bangen um ihre Existenz.
Newsdesk Heute
12.03.2026, 15:44
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Nach harten und langwierigen Verhandlungen wurde das neue Kärntner Tourismusgesetz vor rund zwei Wochen von der Landesregierung beschlossen. Nun bahnt sich jedoch der nächste Konflikt an.

Die Campingplatz-Betreiber des Bundeslandes gehen auf die Barrikaden. Der Grund: eine deutliche Erhöhung der Aufenthaltsabgabe. Ab dem 1. November soll diese vier Euro pro Person und Nacht betragen.

"Dann kann ich zusperren"

Dies sorgt für heftigen Unmut. So berichtet Campingplatz-Betreiber Michael Ramsbacher gegenüber der "Kleinen Zeitung", dass er "fuchsteufelswild" sei. Sollte diese Verordnung tatsächlich schlagend werden, könne er zusperren, beklagt der Unternehmer aus Rennweg im Gespräch mit der Zeitung.

Ihm zufolge würde sich das Geschäft für ihn dann nicht mehr rentieren, wie er in einer Rechnung vorlegt. Demnach würde Ramsbacher bei einem Durchschnittspreis von 38,30 Euro für zwei Personen pro Nacht nur 4,68 Euro Nettogewinn für den Betrieb bleiben.

Kunden achten auf Preis

Angesichts der Arbeit, die hinter dem Betreiben eines Campingplatzes steht, würde sich das nicht mehr auszahlen. Der Unternehmer mit jahrzehntelanger Erfahrung meint, dass er die höhere Aufenthaltsabgabe vor seinen sehr preissensiblen Gästen nicht rechtfertigen könne.

Auch der von der Wirtschaftskammer ausgeschickte Argumentationsleitfaden würde keine Hilfe darstellen. Würde er einem Gast, der nur eine Nacht bleiben wolle, anpreisen, was er dafür angeblich angeboten bekommt, würde sich der Unternehmer "lächerlich" machen.

Ramsbacher erklärt, dass Themen wie ein Mobilitätsangebot seine Gäste nicht interessieren würden. Alleine im letzten Jahr habe er 200 Mobilitätskarten bekommen. Ganze 187 konnte der Campingplatz-Betreiber – trotz offensiven Anbietens – nicht an den Kunden bringen.

Auch andere Betreiber berichten davon, dass der Preis für ihre Gäste eine Rolle spielt. So erzählte Georg Mößler vom Millstätter See der "Kleinen", dass viele Urlauber vor allem in der Nebensaison längere Aufenthalte planen und durchaus preissensibel seien.

Urlauber wandern ab

Dies untermauert auch eine Urlaubsabsichtsstudie (ACSI) aus dem Jahr 2025. Demnach würden mehr als zehn Prozent der deutschen Camper Österreich wegen der hohen Preise meiden. Sie wandern in Regionen wie Jesolo in Italien ab. Dort werde "in der Nebensaison keine Ortstaxe eingehoben", gibt Mößler zu bedenken. Ihm zufolge wäre eine Aufenthaltsabgabe, die ein Prozentsatz des Nächtigungspreises, zielführender.

Auch der FPÖ-Gemeinderat und Campingplatz-Betreiber, Arndt Burgstaller, vom Komfort-Campingpark Burgstaller in Döbriach setzt sich dafür ein. Dies fordere man bereits seit zehn Jahren, jedoch finde man auch bei der eigenen Interessenvertretung, der Wirtschaftskammer, kein Gehör.

Für ihn selbst stelle die Aufenthaltsabgabe kein Problem dar, da sein Campingplatz zu den nächtigungsstärksten in Kärnten zähle. Bei kleineren Betrieben sehe die Lage anders aus. Ihnen gegenüber sei die Anhebung der Aufenthaltsabgabe "unfair".

Gespräche zwischen Land und Betreibern

Zwischen dem zuständigen Tourismusreferenten Sebastian Schuschnig (ÖVP) und den Betreibern hätten in der vergangenen Woche bereits Gespräche stattgefunden, berichtet die "Kleine" unter Berufung auf dessen Büro.

Nun liegt es an dem zuständigen Ausschuss, darüber zu entscheiden, ob die Abgabe durchgesetzt wird. Bereits am Donnerstag soll die dritte Tagung in der Sache stattfinden. Unter anderem nimmt daran auch Burgstaller als Auskunftsperson teil.

Seitens des Tourismusreferenten betont man, dass ein geplantes Investitionspaket für Campingplätze dazu führen soll, dass Betreiber die höheren Preise rechtfertigen können. Wie es in der Causa weitergeht, ist offen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.03.2026, 15:44
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