Ein niederösterreichischer Tischtennistrainer soll minderjährige Nachwuchsspielerinnen sexuell missbraucht haben. Die Kärntner Landestrainerin Branka Pašalič informierte den Verband bereits vor zwei Jahren über entsprechende Vorwürfe.
Im Mai 2024 vertrauten sich mehrere junge Spielerinnen der Trainerin am Rande von Österreichischen Meisterschaften an, wie der "ORF" berichtet. Sie berichteten von sexuellen Übergriffen durch einen Verbandsbetreuer, die offenbar schon länger Thema unter den Mädchen gewesen seien.
Auf der Heimfahrt habe sie eine Kärntner Spielerin, die mit ihr im Auto saß, diskret gefragt, ob sie davon gehört habe, schilderte Pašalič. Die Antwort: In der Kabine werde unter den Mädchen schon länger darüber gesprochen.
Pašalič informierte daraufhin umgehend den Präsidenten des Kärntner Landesverbands. Dieser habe den Österreichischen Tischtennisverband (ÖTTV) aufgefordert, den Trainer abzusetzen. In der Folge wurde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, der Verband setzte den Beschuldigten nicht mehr als Verbandstrainer ein.
In seinem Verein betreute der Mann jedoch weiterhin Nachwuchsspielerinnen – offenbar unterstützt von hochrangigen Funktionären. Erst am Dienstag wurde die Zusammenarbeit beendet.
Statt einer umfassenden Aufarbeitung habe sie Druck vom Verband erlebt, sagte Pašalič. Nach ihrer Aussage sei ihr vom ÖTTV geraten worden, nicht darüber zu sprechen.
Das Sportministerium reagierte inzwischen und verhängte einen Förder- und Abrechnungsstopp gegenüber dem Tischtennisverband. Laut Pašalič müsse nun das vorhandene Kinderschutzkonzept konsequent umgesetzt werden. Außerdem brauche es eine genaue Prüfung der Trainer sowie eine Aufklärung der Verantwortlichkeiten.