Am Montagvormittag kam es zu einem hochkarätigen Treffen am Wiener Hauptbahnhof: Europaministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm), der Leiter der EU-Kommissionsvertretung in Österreich, Patrick Lobis und ÖBB-Personenverkehr-Vorständin Sabine Stock trafen zu einem besonderen Ereignis zusammen: die feierliche Taufe der neuen EU-Lokomotive.
Die Lok im EU-Budget-Design erhielt den Namen "Zugkraft für Europa" und soll künftig als Botschafterin für europäische Investitionen verkehren und dabei sichtbar machen, welche Rolle diese für Infrastruktur und Mobilität spielen – im flächenmäßig größten Bundesland Österreichs fällt das besonders ins Gewicht:
So werden im Jahr 2026 in Niederösterreich über 839 Mio. Euro (gemäß Rahmenplan 2025-2030) investiert. Entlang der Weststrecke gehen die Erhaltungsarbeiten kontinuierlich weiter. Zahlreiche Abschnitte werden heuer renoviert.
Ein anderes Beispiel, bei dem sich EU-Investitionen deutlich niederschlagen, ist die Koralmbahn, die von EU-Mitteln getragen ist und durch ihren Streckenausbau die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt künftig auf rund 41 Minuten verkürzen wird. So werden schnellere Verbindungen im Süden Österreichs ermöglicht.
"Diese Lok macht sichtbar, dass Europa dort beginnt, wo Menschen leben und unterwegs sind", freute sich Ministerin Bauer vor versammeltem Publikum. Gemeinsame Investitionen würden Regionen verbinden und den Wirtschaftsstandort stärken.
Patrick Lobis sprach als Vertreter der EU-Kommission über die große Bedeutung des gemeinsamen Haushaltes: Viele Projekte in Österreich seien nur durch gemeinsame europäische Finanzierung möglich: "Österreich mit seiner starken Exportwirtschaft profitiert wie kaum ein anderes Mitgliedsland vom Binnenmarkt und damit auch von den EU-Investitionen in den anderen Mitgliedstaaten. Durch das EU-Budget werden Projekte und Investitionen möglich, die ein Mitgliedstaat alleine gar nicht oder kaum bewerkstelligen könnte."
ÖBB-Vorständin Sabine Stock sprach von einem "sichtbaren Symbol", das man gemeinsam auf die Schiene bringe und das zeige, wie europäische Investitionen Arbeitsplätze schaffen, die die Wirtschaft stärken und gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen.
Studien belegen diese Aussage, denn laut einer Analyse von Oxford Economics trägt der europäische Bahnsektor fast 250 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung der EU bei und sichert so mehr als drei Millionen Arbeitsplätze innerhalb der Union. Gleichzeitig gilt die Bahn als energieeffizienteste und klimafreundlichste Form der Mobilität.
Österreichs Ostregion (Wien, Niederösterreich und Burgenland) profitiert von der Bahnwirtschaft besonders: Hier wollen die ÖBB im laufenden Jahr rund 2.380 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufnehmen.
Mit knapp 130 unterschiedlichen Berufsbildern bietet die ÖBB ein breites und vielfältiges Jobangebot. Die jeweiligen Ausbildungen für die unterschiedlichen Schlüsselberufe finden im eigenen Haus statt.
Die EU-Lokomotive wird nun im Bahnverkehr eingesetzt und soll in den kommenden Monaten als rollende Botschafterin für europäische Projekte durch Österreich und darüber hinaus unterwegs sein.