Der große gesetzliche Rahmen der ÖBB stammt aus dem Jahr 2003. Im Folgejahr folgte daraus die Gründung der ÖBB-Holding AG mit ihren drei Töchtern ÖBB-Personenverkehr, ÖBB-Infrastruktur und Rail Cargo Austria. Jetzt soll alles anders werden.
Verkehrsminister Peter Hanke kündigt am Dienstag eine große Strukturreform an. Das Ziel: Die Bundesbahnen effizienter zu gestalten und sie mit mehr Flexibilität im Sinne des Kunden auszustatten. Die ÖBB wurden beauftragt, eine Neuorganisation einzuleiten.
Dadurch werde der unternehmerische Handlungsspielraum der ÖBB erweitert, reagiert ÖBB-CEO Andreas Matthä positiv auf den angekündigten Reformprozess. Anfang 2027 soll das Konzept fertig sein.
"Die ÖBB stehen vor großen Herausforderungen, die Nachfrage im öffentlichen Verkehr wächst kontinuierlich, der Wettbewerb ebenso, darüber hinaus müssen wir uns an die technischen Veränderungen – Stichwort Digitalisierung – rascher anpassen können. Dafür benötigen wir Rahmenbedingungen, die uns beweglicher machen. Wir müssen schneller auf Marktentwicklungen reagieren können – dafür wird es gegebenenfalls auch eine Novelle des Bundesbahngesetzes brauchen”, führt der Bahn-Boss weiter aus.
In seiner ersten Reaktion macht er auch direkt möglichen Spekulationen über personelle Veränderungen den Garaus. "Es geht hier nicht um neue Namen oder Köpfe. Es geht darum, "eine ÖBB" zu stärken, sie resilienter zu machen, damit wir besser auf Krisen und aktuelle Marktentwicklungen reagieren können. Denn auch im Krisen- und Katastrophenfall ist ein funktionierendes Bahnsystem entscheidend für Versorgung und Transport von Menschen und Gütern, wie zuletzt die COVID-Pandemie oder Flüchtlingskrise 2015 bzw. 2022 gezeigt hat."