Der slowakische Verkehrsminister Josef Ráž war am Dienstag zu Gast bei seinem österreichischen Kollegen Peter Hanke in Wien. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur zwischen Österreich und der Slowakei.
Am Ende des Arbeitsgesprächs unterschrieben beide Minister eine gemeinsame Absichtserklärung, die eine noch engere Zusammenarbeit vorsieht – besonders beim Ausbau und der Modernisierung der Bahnverbindungen. Ziel ist es, dass die Leute in beiden Ländern künftig noch besser ins Nachbarland reisen können.
Verkehrsminister Peter Hanke betonte: "Mit der heutigen Absichtserklärung setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt für schnellere, dichtere und zuverlässigere Verbindungen zwischen Österreich und der Slowakei. Unser Ziel ist ein moderner, grenzüberschreitender Schienenverkehr, der den Menschen konkrete Vorteile bringt und zugleich den Wirtschaftsstandort stärkt."
Noch 2026 soll es zwischen Wien und Bratislava einen Stundentakt geben. Voraussetzung dafür war die Elektrifizierung und Modernisierung der Marchegger Ostbahn, die Ende Oktober abgeschlossen wurde. Und wie geht es weiter?
Auf slowakischer Seite wird bereits am zweigleisigen Ausbau sowie an der Ausrüstung des Abschnitts zwischen der Staatsgrenze und Devínska Nová Ves mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS gearbeitet.
Ein weiteres großes Thema ist die bessere Anbindung des Flughafens Wien ans slowakische Bahnnetz. Österreich plant eine neue Bahnstrecke vom Flughafen Wien nach Bruck an der Leitha ("Airport Link"). Zusätzlich soll die Strecke zwischen Parndorf und der Grenze bei Kittsee zweigleisig ausgebaut werden. Auch auf slowakischer Seite denkt man langfristig über einen zweigleisigen Ausbau zwischen Bratislava Petržalka und der Grenze bei Kittsee nach.
In Österreich ist geplant, die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Wien–Marchegg auf bis zu 200 km/h anzuheben. In der Slowakei gibt es Überlegungen für eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Bratislava und Kúty in Richtung Tschechien.
Das könnte in Zukunft neue Möglichkeiten für internationale Fernzüge bringen – etwa für Verbindungen zwischen Wien und der Tschechischen Republik über einen geplanten neuen Bahnhof Bratislava West. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modernisierung der Nordbahn zwischen Wien und der Grenze bei Břeclav.