Der Skandal um den Käfig in einer niederösterreichischen Justizanstalt wird noch brisanter. Entgegen den Beteuerungen aus dem Justizressort soll die umstrittene Metallkonstruktion im Spazierhof der niederösterreichischen Justizanstalt sehr wohl verwendet worden sein, um andere Häftlinge beim Hofgang vor einer damals offenbar hochaggressiven Insassin zu schützen.
Zumindest einmal zwischen dem 4. und 5. September 2025 habe die wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung einsitzende 49-Jährige hinter den zusammengeschweißten Metallgittern "spazieren" gehen müssen. "Ich wurde dort eingesperrt", behaupte sie seither, erfährt "Heute" von Justiz-Insidern.
Ein Mitarbeiter des sozialen Dienstes habe die menschenunwürdige Unterbringung der Frau umgehend bemängelt – es sei zu tumultartigen Szenen gekommen, heißt es. Die betroffene Insassin will sich noch daran erinnern, im Anschluss auch rasch wieder aus dem Käfig geholt worden zu sein. Sie befindet sich laut "Heute"-Infos seit dem 10. September bereits in der Justizanstalt Asten (OÖ), wo sich ihr psychischer Zustand zuletzt stark besserte.
Wir halten fest: Sowohl die Anstaltsleiterin, als auch deren Führungsebene bestreiten den Vorwurf, eine Insassin sei im Käfig gewesen, vehement – das Justizministerium stützt sich auf deren Aussagen und Protokolle, wonach das Bauprojekt nie in Betrieb genommen wurde.
Fix ist: Das Käfig-Konstrukt wurde am 5. September 2025 nur einen Tag nach der Errichtung im Zuge einer außertourlichen Dienstaufsicht durch die Generaldirektion begutachtet, für "gänzlich ungeeignet befunden" und "unverzüglich abgebaut", wie es von offizieller Seite heißt.
Die für den Käfigbau verantwortliche Übergangsleiterin der Anstalt ist übrigens die einzige Bewerberin auf den permanenten Leitungsposten für den Häf’n. Sie steht auch intern unter Druck, da sie es sich als "Hardlinerin" mit Teilen der Belegschaft verscherzt haben soll. Die Unschuldsvermutung gilt.