"Bauprojekt" gestoppt

Skandal! Häfn-Chefin wollte Insassin in Käfig sperren

"Heute" deckt auf: Eine Übergangsleiterin einer Justizanstalt habe eine schwierige Insassin in einen Käfig stecken wollen. Das Projekt wurde gestoppt.
Christian Tomsits
11.03.2026, 05:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Nächster Skandal im heimischen Strafvollzug. Laut "Heute"-Infos wurde in einer niederösterreichischen Justizanstalt ein metallener Käfig gebaut, in den die interimistische Anstaltsleiterin eine bestimmte psychisch auffällige Insassin habe stecken wollen.

Brisant: Das menschenunwürdige Bauwerk soll allein auf Wunsch und Befehl der Häf’n-Chefin geplant und in der Schlosserei zusammengeschweißt worden sein. Wenige Tage nach Baubeginn wurde das skandalöse "Käfig-Experiment" jedoch gestoppt – offenbar bevor die Untergebrachte darin eingesperrt werden konnte.

"Nach Prüfung durch die Generaldirektion am 5. September 2025 wurde die Konstruktion für ungeeignet befunden und unverzüglich abgebaut", erklärte das Justizressort nach einer Konfrontation mit den Käfigbildern. "Die Metallkonstruktion war nie im Einsatz", bemüht man sich um Schadensbegrenzung.

Denn man stehe eigentlich "für einen modernen, effektiven, humanen und sicheren Straf- und Maßnahmenvollzug", bei dem "der Mensch im Mittelpunkt des Handelns aller Strafvollzugsbediensteten" zu finden sei. Die Frage, wieso der Käfig dann überhaupt errichtet wurde, blieb unbeantwortet.

Im Mittelpunkt steht jetzt ohnedies die umstrittene Interims-Leiterin – sie ist derzeit übrigens die einzige Bewerberin auf den offiziell ausgeschriebenen Leitungs-Posten. Ihr Käfig dürfte nicht die einzige fragwürdige Idee der ehemaligen Vollzugsbeamtin gewesen sein. Laut "Heute"-Recherche wäre sie aufgrund diverser Eskapaden bereits vor Jahren fast frühpensioniert worden.

Es kam anders, sie studierte fertig, wurde vorübergehend mit einer Anstaltsleitung betraut. Doch ihre Bediensteten beklagen "fehlendes Fingerspitzengefühl", "willkürlichen Zuteilungen" und "bewusster Benachteiligungen von Teilzeitkräften" sowie "Postenbesetzungen nach persönlichen Befindlichkeiten". Im letzten Punkt widersprach das Ministerium: Entscheidungen zur Besetzung von Posten erfolgten bei der Justiz "rein nach der persönlichen und fachlichen Eignung für die konkrete Funktion, nach objektiven Kriterien."

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 09:51, 11.03.2026, 05:30
Jetzt E-Paper lesen