"Leider falsch abgebogen"

Prämierter Koch raubt Supermarkt mit Spielzeugwaffe aus

Eine Bierdose und 1.190 Euro erbeutete ein 34-Jähriger im Oktober aus einem Wiener Supermarkt. Nun stand der Gastronom vor Gericht, gestand reumütig.
Christian Tomsits
19.02.2026, 05:30
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Er lernte in einem bekannten Ringhotel, bekochte Stars und Sternchen in verschiedenen Sterneküchen und wurde sogar von Fachjurys prämiert. Doch dann bog ein 34-jähriger Wiener "leider völlig falsch ab", versuchte Rechtsanwalt Raimund Schüller die Abwärtsspirale seines einstigen Gastro-Genies zu erklären.

Drogenkonsum fing in Küche an

Bereits in der Küche begann der Koch – in dieser Branche üblicher als anderswo – auch illegale Substanzen zu konsumieren. Schon bald bestand der Tag des Wieners aus einem unrühmlichen Rhythmus an Aufputsch- und Betäubungs-Drogen. Der Koch verbrannte sogar eine 100.000 Euro-Erbschaft komplett, verlor schließlich den Job.

Aus völliger Verzweiflung soll er am 15. Oktober des Vorjahres einen Supermarkt in Wien-Simmering ausgeraubt haben – mit einer Spielzeugpistole. Laut Anklage kaufte er sich ein Bier, konnte es zuerst nicht zahlen und ging kurz in sein Auto zurück. "Beim Kramen im Handschuhfach fiel mir die Softgun förmlich in die Hände", behauptete der 34-Jährige. Damit bedrohte er die Kassiererin – "ausgerechnet an meinem Geburtstag, ich hatte Todesangst", so die Zeugin, der er "nur Scheine, Geld her", zurief.

Die 1.190 Euro hohe Beute gab der Gastronom freilich gänzlich aus, durch das Überwachungsfoto wurde er geschnappt, kam in U-Haft. Dort gestand er sofort reumütig und arbeitete sogar in der Justizanstalt (nicht in der Küche!). Am Wiener Landesgericht musste er die Suppe nun auslöffeln – obwohl bis zu zehn Jahren Haft drohten, kam er mit nur zwei Jahren unbedingt davon – sein Anwalt will ihm bald die Fußfessel und eine Drogentherapie ermöglichen.

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