Um 13 Uhr hielt der ÖFB in Oberwart eine Pressekonferenz ab, bei der der neue Teamchef präsentiert wurde. Lesen Sie den Heute.at-Liveticker, was Koller zur Lage des Fußballs zu sagen hatte, und, wie der neue Trainer tickt.
Heute um punkt 13 Uhr hielt der ÖFB in Oberwart eine Pressekonferenz ab, bei der der neue Teamchef präsentiert wurde. Lesen Sie im Heute.at-Liveticker nach, was Koller zur Lage des Fußballs zu sagen hatte, und, wie der neue Trainer tickt.
Windtner überreicht Koller zum Ende der Pressekonferenz seine ÖFB-Trainerjacke. Der neue Teamchef probiert sie gleich an und freut sich sehr über das Geschenk. Händchenhaltend mit Windtner und Ruttensteiner posiert er für die Fotografen.
Frage: "Was wissen Sie über Ihren neuen Wohnort Wien?"
Koller: "Ich kenne mich noch nicht aus. Ich war zuletzt 1984 hier bei einem Hallenturnier. Ich werde noch ein bisschen Zeit brauchen, um mich zurechtzufinden. Ich will mich nicht zuhause einsperren."
Frage: "Gibt es in Österreich keinen Trainertypen wie Koller?"
Windtner: "Man kann auswählen, wen man will, der Diskussionsstoff ist gegeben. Immer wenn man sich für wen entscheidet, entscheidet man sich auch gegen jemanden. Koller hat das Profil am besten erfüllt. Die Frage war nie, ob es ein Österreicher wird oder nicht."
Frage: "Was war ausschlaggebend, dass Franco Foda nicht neuer Teamchef wurde?"
Windtner: "Ich will die Nichtentscheidung nicht kommentieren. Mit allen Kandidaten hat es tolle Gespräche gegeben. Ich habe aber immer dazugesagt: 'Sag niemals nie, wer weiß, wann sich unsere Wege kreuzen'."
Frage: "Welche ÖFB-Spieler kannten Sie schon?"
Koller: "Ich kenne noch nicht alle Spieler. Die meisten, die ich schon kenne, spielen in Deutschland.
Frage: "Wer hat schon vorab verraten, wer Teamchef wird?"
Windtner: "Ich werde keinen Privatdetektiv engagieren, um die lecke Stelle zu finden. Es hat mich dennoch überrascht, dass es bis 16 Stunden vor der Bekanntgabe geheim geblieben ist?"
Frage: "Was haben Sie in den vergangenen zwei Jahren gemacht?"
Koller: "Ich habe mir viele erste und zweite Ligapartien in Europa angesehen, habe Workshops besucht und Spieler individuell betreut?"
Frage: "Was für ein Trainertyp sind Sie?"
Koller: "Ich bin kein Peitschenknaller, ich will, dass die Spieler gerne zur Nationalmannschaft kommen. Es muss aber intern auch ein Konkurrenzkampf herrschen."
Frage: "Gibt es schon Überlegungen zum neuen Betreuerstab?"
Koller: "Wir haben es schon angesprochen. Ich will erst alle Leute im ÖFB kennenlernen. Mein Co-Trainer ist eventuell eine Überlegung."
Journalist: "Soll ähnlich wie in der Schweiz ein Spielsystem für alle Nationalteams erstellt werden?"
Koller: "Wichtig ist es, eine Spielphilosophie zu entwickeln. Ich will die Spieler darüber so schnell wie möglich informieren, auch in Einzelgesprächen. Die Spieler sind sehr intelligent, das zeigt die Spielweise. In der Defensive müssen wir arbeiten, die hat in der Vergangenheit einigen Erfolg gekostet. Ruttensteiner und ich müssen in den kommenden Wochen noch unsere Philosophien angleichen."
Frage: "Wie würden Sie ihren Führungsstil beschreiben?"
Koller: "Lege sehr viel Wert auf Offensive und Defensive. Es darf nicht sein, dass wir nur nach vorne rennen mit dem Gedanken, dass sich die anderen um die Defensive kümmern sollen. Ich bin keiner, der gerne abwartet. Mir ist es wichtig, dass man schnell in Ballbesitz kommt, denn so hält den sich den Gegner fern. Ich will die Spieler bei ihren Vereinen besuchen und auch mit ihren Trainern und Managern Kontakt halten. Wenn alle an einem Strick ziehen, ist viel möglich."
Frage: "Ist das Ziel, sich für die WM 2014 in Brasilien zu qualifizieren?"
Koller: "Ich habe einen Vertrag über zwei Jahre. Jetzt ist es noch schwierig zu sagen, da müsste ich mit den Spielern erst ein bisschen arbeiten. Ich verspreche, dass wir mit Leidenschaft spielen, das Publikum mitreißen und nach vorne spielen. Wir wollen das Volk zurückgewinnen."
Frage: "Wieso sind Sie in Aserbaidschan und Kasachstan nicht dabei?"
Koller: "Ich möchte meinen Umzug vorzubereiten. Ich lebe derzeit in Zürich und will mir jetzt schnell eine Wohnung suchen. Außerdem kenne ich die Spieler noch nicht."
Ruttensteiner: "Ich freue mich, dass Marcel Koller neuer Teamchef geworden ist und auf die Zusammenarbeit. Es freut mich aber vor allem, dass die Strukturreform angegangen wird, sie ist für den Erfolg des österreichischen Fußballs sehr wichtig. Wir wollen in die Bereiche vordringen, in denen sich derzeit die Schweiz bewegt."
Koller: "Ein herzliches Grüß Gott! Vor 14 Tagen hatte ich den ersten Kontakt mit dem ÖFB. Ich habe mir viele DVDs mit Spielen der Österreicher angeschaut. Österreich spielt einen guten Fußball, in gewissen Details muss man sich noch weiterentwickeln. Meiner Meinung nach ist die EM-Qualifikation deshalb schiefgelaufen, weil vorne die entscheidenden Tore nicht gemacht wurden. Unser Ziel ist es, sich mit der Nationalmannschaft für große Turniere zu qualifizieren."
Windtner: "Experten internationalen Ranges haben die Qualität von Marcel Koller in jeder Hinsicht bestätigt. Da er derzeit in keinem Engagement steht, kann er sofort bei uns beginnen. Die Länderspiele gegen Aserbaidschan und Kasachstan wird er noch nicht betreuen, offizieller Amtsantritt ist am 1. November. Ich wünsche ihm alles Gute!"
Windtner: "Mit Marcel Koller haben wir eine Lösung gefunden, die ideal zu uns passt. Windtner feierte hat sowohl als Spieler und auch als Trainer internationale Erfahrung. (Der ÖFB-Präsident zählt die Spieler- und Trainerstationen auf). Er hat Lukas Podolski entdeckt und das Wunder von Bochum ist auf seinen Schultern entstanden. Er geht unbelastet und mit einer neutralen Sicht an den Job heran. Sein klares Credo ist, dass er in Österreich etwas weiterbringen will."
Windtner: "Das ÖFB-Präsidium hat heute die Bestellung von Marcel Koller zum neuen Teamchef einstimmig bestätigt."
Marcel Koller ist trägt einen schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte und wirkt leicht nervös. Sein erster Griff ging zur Wasserflasche.
Windtner: "Liebe Fußballfreunde! Am 16. September haben die ÖFB-Direktoren beschlossen, die Strukturen in und um das Nationalteam zu ändern und ein Anforderungsprofil für den neuen Teamchef erstellt. Wir suchten eine Persönlichkeit mit internationaler Erfahrung, einen Teamplayer, der einen positiven Zugang zu modernen Trainingsmethoden hat, internationale Erfolge gefeiert hat, der sich mit dem ÖFB identifiziert und seinen Wohnort nach Wien verlegt."
13:00 Uhr: ÖFB-Pressesprecher Peter Klinglmüller begrüßt die versammelten Medienvertreter. Marcel Koller betritt in Begleitung von ÖFB-Präsident Leo Windtner und Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner das Podium.
12:50 Uhr: In zehn Minuten beginnt die Pressekonferenz. Dass Marcel Koller neuer Teamchef wird, gilt als so gut wie fix, einige Experten und auch die Leser von "Heute" haben sich bereits Gedanken über den Schweizer gemacht. .
Vorschau: Am Montag überraschte der ÖFB mit einer Presseaussendung, dass am Dienstag der neue Teamchef vorgestellt wird. Mittlerweile ist durchgesickert, dass es sich um den Schweizer Marcel Koller handelt. .