Im Krieg mit den USA hat der Iran bereits die für den Öl-Handel wichtige Straße von Hormus blockiert. Am Freitag nahmen die mit dem Mullah-Regime verbündeten Houthi-Rebellen auch die Küstenregion um die Meerenge Bab al-Mandab ein. Bei ihr handelt es sich um die wichtigste Alternativroute für den Öl-Transport Saudi-Arabiens.
Nun kam die nächste Hiobsbotschaft vom weltweit größten Öl-Exporteur. Demnach musste Saudi-Arabien nach Angriffen auf Pumpstationen einer wichtigen Öl-Pipeline diese abdrehen, berichten CNN und das "Wall Street Journal". Die Pipeline galt als weitere Alternative für die Straße von Hormus und lieferte Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer. Nun geht allerdings nichts mehr.
Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Die Folgen liegen allerdings auf dem Tisch: Bei einem längeren Ausfall der Pipeline könnte es zu Auswirkungen auf die Preise kommen. Davon ist auch der Ex-Chef der Energieregulierungsbehörde E-Control, Walter Boltz, überzeugt. Im "Ö1-Mittagsjournal" sprach er von einem kurzfristigen Schub, dessen Ausmaß sich noch zeigen werde.
Entscheidend sei wie rasch und wie glaubhaft Saudi-Arabien einen Plan zur Reparatur der Pipeline vorlege bzw. diese wiedereröffne. Einen Öl-Mangel müsse man jedoch nicht befürchten. Laut dem Experten würden andere Regionen über eine Fülle verfügen, mit der ein Teil der Ausfälle kompensiert werden könnte.
Ein weiteres Problem sei, dass die USA ihren Schutz aus der Luft für Schiffe in der Straße von Hormus seit Anfang September zurückgefahren hätten. Laut einem Bericht der "Financial Times" gebe es pro Tag zwei Zeitfenster, in denen Schiffe fahren können und dabei von den USA vor iranischen Angriffen bewacht werden.
Unterdessen hatte der iranische Präsident Massoud Pezeshkian eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA sei diese jedoch an ein Ende der US-Seeblockade geknüpft. Des Weiteren fordert der Iran einen Stopp von militärischen Aktionen der USA. Mit dem Oman wolle man am Montag ein Abkommen über neue Schiffsrouten in der Meerenge unterzeichnen.