Die deutsche Nationalmannschaft kassiert zum Abschluss der WM-Gruppenphase einen herben Dämpfer. Das 1:2 gegen Ecuador sorgt nicht nur im eigenen Lager für Ernüchterung, sondern lässt auch die internationale Presse am Titelpotenzial der DFB-Elf zweifeln.
Die englische Daily Mail schreibt von einem "Patzer von Manuel Neuer", der den Außenseitern den Sieg geschenkt habe. Der Guardian spricht von einem "hochverdienten Sieg" und betont, Ecuador habe sich "88 Minuten lang geweigert, sein Schicksal hinzunehmen" und sei klar die bessere Mannschaft gewesen. Auch in Spanien wird der Erfolg der Südamerikaner gefeiert. Marca sieht Deutschlands Glanz verblassen. Der Status als Titelkandidat wirke inzwischen "wie ein Mantel, der nicht mehr passt". Die AS lobt den "heldenhaften" Auftritt Ecuadors und bezeichnet den Erfolg gegen ein "schwaches Deutschland" als sensationell.
In Ecuador herrscht dagegen Ausnahmezustand. El Universo spricht von einem der größten Momente der Fußballgeschichte des Landes. Es sei der erste Sieg der "La Tri" gegen einen ehemaligen Weltmeister überhaupt. La Hora hebt die Persönlichkeit, Intensität und den Mut der Mannschaft hervor und schreibt, Ecuador habe gezeigt, dass "immer alles möglich ist".
Die Schweizer Medien sehen einen Warnschuss für den viermaligen Weltmeister. Der Blick spricht von einem "Denkzettel für Deutschland", während der Tages-Anzeiger festhält, dass die DFB-Elf nach dem Traumstart den Faden verloren habe und selbst Joker Deniz Undav die Niederlage nicht mehr verhindern konnte.
Skeptisch zeigt sich auch Frankreich. L'Equipe meint, diese deutsche Mannschaft brauche dringend Orientierung und habe sie auch im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel nicht gefunden. Die New York Times stellt schließlich die entscheidende Frage: "Ist Deutschland zu wankelmütig, um den Titel zu holen?" Nach diesem Auftritt erscheinen die Zweifel jedenfalls größer denn je.